Sachverständige sehen Familie als Zukunftsmodell der Gesellschaft
„Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit“ lautet der Titel des 7. Familienberichts der Bundesregierung, den Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen Ende April in Berlin vorgestellt hat. Eine Kommission aus sieben Sachverständigen war angetreten, um Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik zu entwickeln. Ihr Bericht hat eine klare Botschaft: Familie ist und bleibt das Zukunftsmodell unserer Gesellschaft.
Bundesfamilienministerin von der Leyen sah sich in ihrer Haltung bestärkt, dass die Familienpolitik sich an der Lebensrealität und den Wünschen der jungen Menschen orientieren müsse: „Nur dann gelingt es uns, ihnen wieder mehr Mut und Zuversicht zu geben, sich für Kinder zu entscheiden. Junge Männer wollen heute erziehende Väter und nicht mehr nur Ernährer sein. Junge Frauen wollen Kinder haben und ihren Beruf weiter ausüben - wir müssen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen dafür schaffen."
Der Familienbericht untermauere, dass Familien einen Dreiklang aus Zeit, Geld und Infrastruktur bräuchten. "In allen drei Bereichen haben wir bereits ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Das geplante Elterngeld, die bereits verbesserte Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten von der Steuer, der Ausbau der Kindertagesstätten, die Mehrgenerationenhäuser sind Beispiele dafür", so die Bundesministerin.
Der internationale Vergleich des Berichtes zeigt aber, dass andere Länder mit ähnlichen Voraussetzungen wie Deutschland, wie etwa Frankreich oder die Staaten in Skandinavien, bisher eine erfolgreichere Familienpolitik betreiben, obwohl sie nicht mehr Geld ausgeben. Die Sachverständigen belegen einen drastischen Einkommensverlust in Familien nach der Geburt eines Kindes und empfehlen eine gezielte finanzielle Unterstützung in dieser Zeit.
(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
Hintergrund: Familienberichte
Der Deutsche Bundestag hat die Bundesregierung 1965 erstmals mit der Vorlage von Familienberichten beauftragt. Nach heutiger Entschlusslage muss die Bundesregierung in jeder zweiten Wahlperiode einen Sachverständigen-Bericht über die Lage der Familien in Deutschland vorlegen und mit einer eigenen Stellungnahme verbinden. Dabei soll jeder dritte Bericht die Situation der Familien möglichst umfassend darstellen, während sich die übrigen Berichte Schwerpunkten widmen können. Sie sollen darüber hinaus Aufschluss geben, inwieweit die angestrebten Ziele tatsächlich erreicht werden. Mit seiner Entschließung vom 11. November 1993 hat der Bundestag gebeten, die künftigen Familien- und Jugendberichte um eine Darstellung der Situation der Kinder zu ergänzen.
Der nunmehr vorgelegte Siebte Familienbericht „Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit – Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik“ ist ein umfassender Bericht. Er enthält Stellungnahmen zur demografische Entwicklung, zu den Veränderungen von Arbeitswelt und Wirtschaft, den Geschlechterrollen und auch zum Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Sachverständigen-Kommission wurde zudem beauftragt, internationale Erfahrungen zur Familienentwicklung und Familienpolitik anderer Länder einzubeziehen.
