Schon im Vorschulbereich gibt es Kinder, die sich durch früh entwickelte, weit überdurchschnittliche Fähigkeiten von Gleichaltrigen unterscheiden. Um diese besonderen Begabungen angemessen zu fördern, ist in Wiesbaden das „Kompetenzzentrum für hoch begabte Kindergartenkinder“ gegründet worden. Das in der städtischen Kindertagesstätte „Bertramstraße“ angesiedelte Zentrum ist ein Gemeinschaftsprojekt der neu gegründeten Raule-Stiftung, der Karg-Stiftung, des Hessischen Sozialministeriums und der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Bei der Vorstellung des Projektes betonte Sozialministerin Silke Lautenschläger dessen Pionierfunktion: „Wir betreten Neuland. Es handelt sich um das erste Kompetenzzentrum dieser Art in Hessen“. Jedes Kind habe Anspruch auf die ihm angemessene Förderung. Dies gelte für besondere Begabungen genauso wie für den Ausgleich möglicher Leistungshemmnisse. Das Kompetenzzentrum will die hessischen Kindertageseinrichtungen im Hinblick auf die Erkennung und Förderung von hoch begabten Kindern sensibilisieren.
Bereits heute arbeitet die städtische Kindertagesstätte Bertramstraße mit einem pädagogisch differenzierten Programm, in dem auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen integrativ betreut werden. Ab August 2005 wird die Kindertagesstätte als erste Einrichtung in Wiesbaden zusätzlich hoch begabte Kinder aufnehmen. Die Einrichtung wird sich modellhaft zu einem Kompetenzzentrum entwickeln, in der hoch begabte Vorschulkinder gemeinsam mit anderen Kindern gefördert werden. In einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren soll der Anteil der hoch begabten Kinder auf etwa 50 Prozent der Kita-Kinder angehoben werden. Zur Beratung der Eltern und zur Aufnahme von hoch begabten Kindern wird auch eine psychologische Beratungsstelle in der Kindertagesstätte eingerichtet.
