Sozialministerin Lautenschläger und VhU-Präsident Weidemann stellen das Buch “Erfolgsfaktor Familienfreundlichkeit“ vor
„In Gesellschaft und Wirtschaft muss ein Kulturwandel stattfinden. Wer Flexibilität von Mitarbeitern erwartet, muss auch Familienfreundlichkeit bieten“, erklärte die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger in Wiesbaden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie werde immer wichtiger: „im Sinne der Familien, als Wettbewerbsfaktor für die einzelnen Unternehmen und als Wachstumsfaktor für die Volkswirtschaft insgesamt.“
„Wer sich auf dem enger werdenden Beschaffungsmarkt für Fach- und Führungskräfte früh als familienfreundliches Unternehmen positioniert, wird mit Erfolg belohnt“, so Dieter Weidemann, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). „Für die familienfreundlich fortschrittlichen Unternehmen hat sich das Thema längst von einem weichen Sozialthema zu einer Gestaltungsaufgabe gewandelt, sich wettbewerbsfähig zu halten.“
Diese Überzeugung brachte Hessens Sozialministerin, den VhU-Präsidenten, familienfreundliche hessische Unternehmen, die Arbeitgeberverbände Hessen Chemie und Hessen Metall sowie die hessenstiftung – familie hat zukunft in einem Gemeinschaftsprojekt zusammen. Mit dem im November präsentierten Buch „Erfolgsfaktor Familienfreundlichkeit“, das zahlreiche Handlungsleitfäden für Unternehmer, Personaler, Führungskräfte und Mitarbeiter enthält, wollen die Herausgeber den Erfahrungsaustausch fördern, immer noch vorhandene Ängste auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite verringern und Wege aufzeigen, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen kann. Das Buch basiert auf einer Umfrage unter 114 Führungskräften in 60 Unternehmen vor allem der hessischen Chemie- und Metall- und Elektro-Branche.
VhU-Präsident Weidemann wies darauf hin, dass die vielen an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen sowie die zahlreichen Bewerber für den Sonderpreis Familienfreundlichkeit des Wettbewerbs Hessen-Champions 2007 zeigten deutlich, dass schon viele hessische Unternehmen den Nutzen verstanden hätten. 80 Prozent der Führungskräfte schätzten Familienfreundlichkeit als wichtiges Zukunftsthema ein. 90 Prozent sähen Bedarf an familienfreundlichen Regelungen. 91 Prozent hielten ihre Mitarbeiter wegen ihrer fachlichen und sozialen Kompetenz für nicht leicht zu ersetzen. 96 Prozent erwarteten durch familienfreundliche Maßnahmen Verbesserungen für Image und Motivation. Daher könne man noch zögernden Unternehmen nur empfehlen, zügig von der Überzeugung zur Tat zu schreiten. Bis maßgeschneiderte Lösungen für betriebliche Anforderungen und individuelle Bedürfnisse überall vorhanden seien, dauere es - wie bei jedem Bewusstseinswandel - mindestens eine Generation. Für die familienfreundlich fortschrittlichen Unternehmen habe sich das Thema längst von einem weichen Sozialthema zu einer Gestaltungsaufgabe gewandelt, sich wettbewerbsfähig zu halten.
Als „auffällig“ bezeichnete Sozialministerin Lautenschläger die Ergebnisse der Befragung zum Thema „Nutzung von familienfreundlichen Maßnahmen im Unternehmen“. Wenn Frauen familienfreundliche Arbeitszeitinstrumente wie Teilzeitarbeit in Anspruch nehmen, falle diese Entscheidung zumeist auf Verständnis in den Betrieben. Ein anderes Bild zeige sich bei den Männern. Hier dominierten negative Reaktionen. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und die partnerschaftliche Aushandlung von Familien- und Erwerbsarbeit könnten sich aber nur weiterentwickeln, wenn - neben die neuen Chancen der Frau im Beruf und Führungspositionen - auch die neue Rolle des Mannes als Partner im Haushalt und als Erzieher trete. Abhilfe kann hier aus Sicht der Führungskräfte eine stärkere firmeninterne Diskussion und ein deutliches Bekenntnis der Unternehmensleitung für eine gelebte familienfreundliche Kultur schaffen.
(Quelle: hessenstiftung – familie hat zukunft)
Info
Der Handlungsleitfaden „Erfolgsfaktor Familienfreundlichkeit“ ist im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3899811537)
