Elterngeld

Mit dem Elterngeld unterstützt der Staat Väter und Mütter, die sich im ersten Lebensjahr des Neugeborenen vorrangig der Betreuung ihres Kindes widmen wollen.

 

Kleines Kind mit Büchern

 

 

Anspruch auf Elterngeld

Eltern können ab der Geburt eines Kindes bis zu 14 Monate Elterngeld erhalten. Sie können sich untereinander aufteilen, wer wie lange zu Hause bleiben möchte. Wollen zwei Elternteile die Betreuung und Erziehung des Kindes übernehmen, kann ein Elternteil allein maximal zwölf Monate das Elterngeld in Anspruch nehmen. Zwei weitere Monate sind dem Partner vorbehalten. Alleinerziehende können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.

 

Höhe des Elterngeldes

Das Elterngeld orientiert sich an der Höhe des entfallenden Erwerbseinkommens. Es gleicht das entfallende Einkommen mit einer Ersatzrate aus, die nach der Höhe des Einkommens vor der Geburt des Kindes gestaffelt ist. Das entfallende Einkommen wird bei einem Nettoeinkommen

  • von 1.240 Euro und mehr zu 65 Prozent
  • von 1.220 Euro zu 66 Prozent
  • zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro zu 67 Prozent

ersetzt.

Geringverdiener mit einem Erwerbseinkommen unter 1.000 Euro netto erhalten durch eine gleitende Anhebung der Ersatzrate bis zu 100 Prozent ersetzt. Das Elterngeld beträgt höchstens 1.800 Euro und mindestens 300 Euro. Der Mindestbetrag von 300 Euro wird unabhängig davon gezahlt, ob die Eltern vor der Geburt erwerbstätig waren oder nicht. Bei den Mehrlingsgeburten erhöht sich das sonst zustehende Elterngeld für das zweite und jedes weitere Kind um je 300 Euro.

 

Wann ist ein Anspruch auf Elterngeld ausgeschlossen?

Ein Anspruch auf Elterngeld ist ausgeschlossen, wenn die Einkommensgrenze  überschritten wird. Alleinerziehende, die im letzten Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kindes ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 250.000 Euro hatten, haben keinen Anspruch auf Elterngeld. Für Elternpaare (es gilt auch eine eheähnliche Gemeinschaft und eine eingetragene Lebenspartnerschaft) entfällt der Elterngeldanspruch, wenn sie im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 Euro hatten.

 

Anrechnung von Elterngeld

Elterngeld wird auf die Grundsicherungsleistungen (Sozialgeld, Arbeitslosengeld II und Kinderzuschlag) vollständig als Einkommen angerechnet. Ausnahme: Alle Elterngeldberechtigten, die vor der Geburt Ihres Kindes erwerbstätig waren, erhalten einen individuellen Freibetrag, der dem Durchschnittsnettoeinkommen vor der Geburt entspricht. Bis zu dieser Höhe, maximal jedoch 300 Euro (bzw. 150 Euro bei halbierter Auszahlung des Elterngeldes), bleibt das Elterngeld bei den genannten Leistungen weiterhin anrechnungsfrei.

Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs

Zum 01. Januar 2013 ist das Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs in Kraft getreten. Mit dem Gesetz wurden Änderungen bei der Ermittlung des für das Elterngeld maßgeblichen Erwerbseinkommens eingeführt. Nähere Hinweise gibt das Informationspapier zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

 

Änderungen beim Elterngeld für Zwillinge und Mehrlingskinder

Das Bundessozialgericht hat am 27. Juni 2013 entschieden, dass Eltern bei Zwillings- beziehungsweise Mehrlingsgeburten nicht nur einen Elterngeldanspruch pro Geburt, sondern für jedes einzelne neugeborene Kind einen eigenen Elterngeldanspruch haben (Urteil des Bundesozialgerichts vom 27.06.2013).

 

Nähere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

 

Elterngeld Plus

Aktuelle Informationen zum geplanten Elterngeld Plus, zur Flexibilisierung der Elternzeit, zu den Ansprüchen von Mehrlingseltern sowie den Gesetzentwurf der Bundesregierung finden Sie beim BMFSFJ. Nach dem Gesetzentwurf gibt es das Elterngeld Plus erst für Geburten ab 01.07.2015.

 

 

Antragsstellung in Hessen

 

Telefon-Hotline zum Elterngeld
  • Allgemeine Informationen zum Elterngeld können unter der Rufnummer 0641-3034444 (Öffnungszeiten: Mo. – Do. 8.00 -15.30 Uhr und Fr. 8.00 – 12.00 Uhr) beim
    Regierungspräsidium in Gießen
    (Fachaufsicht Elterngeld) abgefragt werden.

     

 

Inhalt erstellt am 08.09.2006  -  Zuletzt aktualisiert am 02.12.2014

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