Vorleseland Hessen

Die Förderung der Sprachentwicklung schon in der frühen Kindheit ist von entscheidender Bedeutung für den erfolgreichen Wechsel der Kinder in die Schule und ihre späteren Schulleistungen. Lese- und Sprachkompetenz spielen eine wichtige Rolle bei der Persönlichkeitsentwicklung und sind Grundvoraussetzungen für die Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben.

Die Grundlagen hierfür werden schon in der Familie, aber auch in der Kindertagespflege und der Kindertagesstätte durch häufiges Vorlesen gelegt. Vorlesen und Lesen sind wichtige Elemente, um die Phantasie und Kreativität anzuregen sowie die Aufnahme komplexer Sachverhalte einzuüben und den Wortschatz auszubauen. An das Lesen heran geführt werden Kinder in erster Linie dadurch, dass ihnen vorgelesen wird. Und sie brauchen Vorbilder, die sie zum Lesen animieren.

Minister Grüttner liest vor

Das Hessische Sozialministerium engagiert sich deshalb seit vielen Jahren für Projekte der Stiftung Lesen, die die Sprach- und Leseförderung für Kinder im Vorschulalter zum Inhalt haben. Im Jahr 2008 wurde ein weiteres Projekt von der Stiftung Lesen und der Stiftung Zuhören angeboten, dass die Sprach- und Leseförderung im Kindergarten als auch in der Grundschule gefördert hat. Im Jahr 2009 kam ein weiteres Projekt der Karl Kübel-Stiftung hinzu. Es hatte zum Ziel, die Sprach – und Lesekompetenz bei Kindern zu fördern. In 2011 wird nun wieder ein neues Projekt des Eigenbetriebs Hanau starten, mit dem Ziel die Sprach- und Lesekompetenz durch die Erstellung mehrsprachiger Bilderbücher zu erweitern.

 

Übersicht über die Projekte und Aktionen:

  • Das Projekt „Vorlesepaten für Hessen(2001/2002) bildete in eintägigen Vorlese-Seminaren ehrenamtliche Vorlesepaten für Kindertagesstätten aus. Für die aktiven Vorlesepaten, die Mitglied im Vorleseclub der Stiftung Lesen sind, gibt es seit dem Jahr 2008 eine Clubzeitschrift mit Tipps, Ideen und Aktionen rund um das Vorlesen. Interessierte Vorlesepatinnen und Vorlesepaten finden hier außerdem Informationen zu Regionalen Ansprechpartnern der Stiftung Lesen und deren Fortbildungsangeboten.
  • Im Projekt „Aufbau eines Netzwerkes von ehrenamtlichen Vorlesepaten in Hessen(2003/2004) wurde das Netzwerk von Vorlesepaten weiter ausgebaut. Besondere Bedeutung kam auch der Werbung regionaler Ansprechpartner zu, die zur regionalen Vermittlung und Betreuung der Vorlesepaten bereit sind. Mittlerweile gibt es bundesweit über 9.000 aktive Vorlesepaten, die Mitglieder im Vorleseclub der Stiftung Lesen sind. Davon stammen alleine 2.771 aus Hessen.
  • Das Projekt „Gemeinsam lesen – gemeinsam lernen(2005) richtete sich an ehrenamtliche Vorleserinnen und Vorleser und Eltern auf der einen Seite sowie Erzieherinnen und Erzieher auf der anderen Seite, um die für die Entwicklung der Kinder im Vorschulalter wichtigen Bezugsgruppen einzubeziehen. In halbtägigen Fortbildungen wurde diesen Zielgruppen das nötige Know-how für eine wirkungsvolle Sprachförderung in der Familie wie auch in der Kindertageseinrichtung vermittelt.
  • „Kleine Mädchen lesen – kleine Jungen auch!“
    Das seit dem Jahr 2006 laufende Projekt richtete sich an Eltern und Tagespflegepersonen, die in gemeinsamen halbtägigen Fortbildungen Unterstützung bei der Förderung der Sprach- und Lesefähigkeit der Kinder erhielten. Bei den Fortbildungen stand die möglichst frühe und kontinuierliche Heranführung von Mädchen und Jungen an geeigneten - und ihren speziellen Interessen und Lesevorlieben entgegenkommenden - Lesestoff und an den spielerischen Umgang mit Sprache im Vordergrund. Die Eltern und Tagespflegepersonen sollten sich dabei auch ihrer Rolle als Lesevorbild bewusst werden und diese Aufgabe als Chance begreifen lernen. Die Fortführung des Projekts in den Jahren 2007 und 2008 erfolgte aufgrund der großen Nachfrage von Tagespflegepersonen und Eltern für die Altersgruppe der 0 – 3-jährigen Kinder. Ein weiterer Aspekt wurde im Sinne des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans neu aufgegriffen: Die Tagespflegeperson eines Kindes und dessen Eltern konnten gemeinsam an dieser Fortbildung teilnehmen. Dies diente der Vernetzung und Implementierung der Projektinhalte. Damit konnten Lese- und Sprachfördertandems entstehen, die eine Kontinuität der kindlichen Sprachförderung und Hinführung zur Lesemotivation erleichtern. Ergänzt wurde das „Tandem Eltern - Tagespflegeperson“ durch Vorlese-Aktionen ehrenamtlicher Vorlesepaten. Diese Verflechtung ermöglichte eine durchgängige Sprach- und Leseförderung, die der Entwicklung des Kindes zu Gute kommt. Auch im Jahr 2010 wurde das Projekt fortgeführt, mit einer konzeptionellen Erweiterung, hier wurden nun auch Erzieherinnen und Erzieher in die Fortbildung mit einbezogen.
  • "DREIKLANG: Zuhören - Sprechen – (Vor)lesen"
    Das Projekt „Dreiklang“ wurde 2008 von der Stiftung Lesen und der Stiftung Zuhören mit Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums und des Hessischen Sozialministeriums durchgeführt. Mit dem Fortbildungsprojekt DREIKLANG sollten Fach- und Lehrkräfte in Kindergärten und Grundschulen und Personen aus anderen Lernorten in die Lage versetzt werden, die drei Basiskompetenzen (Zuhören – Sprechen – (Vor)lesen) gleichrangig in ihrer pädagogischen Arbeit zu berücksichtigen, um so die Anlagen der Kinder fantasievoll und kreativ zu unterstützen und sie auf die weiteren Lernprozesse vorzubereiten. Als vertiefendes Element wird sich das Konzept nachhaltig auswirken im frühen Bildungsprozess von Kindern und Freude und Neugier am Lesen erwecken. In der Fortbildung „DREIKLANG: Zuhören – Sprechen – (Vor)lesen“ erhielten die Fachkräfte hierzu weitergehendes fachliches Wissen vor dem Hintergrund aktueller pädagogischer Erkenntnisse sowie Methoden und Materialien, durch die Kinder in der entscheidenden Entwicklungsphase gezielt gefördert werden können. Durch die Fortbildung haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ferner die Kompetenz erworben, bei Interesse Hör- und Leseclubs an ihrer Einrichtung durchzuführen. Die Fortführung des Projektes „Dreiklang“ erfolgt aufgrund der großen Nachfrage von Fach- und Lehrkräften an dem in 2008 durchgeführten Projekt auch in den Jahren 2009 und 2010. Im Rahmen dieses Projektes wurden ausgewählte Tandems (Kindertagesstätte und Grundschule) in den Bereichen „kommunikationsfreudige und medienkompetente Kinder“ fortgebildet. Neben den Fortbildungsveranstaltungen für die Fach- und Lehrkräfte wurde eine Fachtagung durchgeführt und eine Elternbroschüre sowie eine Praxisbroschüre erstellt.
  • „Literacy – Lernen mit Echtzeug“
    Die Karl-Kübel-Stiftung führte in den Jahren 2009 und 2010 mit Unterstützung des Hessischen Sozialministeriums das Projekt „Lernen mit Echtzeug“ in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Gießen durch. Ziel dieses Kooperationsprojektes mit jeweils einer lokalen Tageszeitung vor Ort war es, die Literacy-Kompetenz bei Kindern der Altersgruppe 3 – 6 Jahren in Kindertagesstätten zu fördern. So sollten Kinder durch die Zeitung als Medium ihr Lebensumfeld und die „große weite Welt“ darüber hinaus entdecken. Sie sollten den Informationsgehalt der Zeitung kennenlernen, sowie den Sinn von Bildern, Buchstaben und Symbolen in der menschlichen Kommunikation erfassen. Maximal 20 Kindertagesstätten im Umfeld einer lokalen Zeitung erhielten ein Jahr lang eine Zeitung, um hiermit das „Lernen mit Echtzeug“ durchführen zu können. Erzieherinnen und Erzieher wurden in Fortbildungsveranstaltungen in das Projekt eingeführt, Eltern sollten durch gezielte Elternarbeit mit dem Projekt vertraut gemacht werden.
  • „Mehrsprachige Bilderbücher selbst gestalten“
    „Mehrsprachige Bilderbücher selbst gestalten“ Der Eigenbetrieb Hanau wird mit diesem Projekt, das in den Jahren 2011 und 2012 durchgeführt wird, die Sprach- und Lesekompetenz der Kinder in Kindertagesstätten erweitern. Es werden vielfältige Sprachanlässe geschaffen, die in Zusammenarbeit mit den Fachkräften und Eltern zur weiteren Förderung der Kinder genutzt werden können. Geplant ist, dass die Kinder bereits existierende Geschichten mit Bildern neu gestalten, die Fachkräfte und Eltern sollen diese Geschichten in die jeweilige Muttersprache der Beteiligten übersetzen. Durch die Einbindung der Eltern wird gewährleistet, dass die Lese- und Sprachförderung auch im Elternhaus weiter verfolgt und die Notwendigkeit der frühen Leseförderung gut an die Eltern weitervermittelt werden kann. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll das Projekt auch anderen Kindertagesstätten zugänglich gemacht werden.
  • Seit 2004 findet im November ein bundesweiter „Vorlesetag“ statt, initiiert von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitschrift die „DIE ZEIT“ und der Deutschen Bahn. Alle Kabinettsmitglieder haben sich in den vergangenen fünf Jahren an dem bundesweiten Vorlesetag beteiligt und Kindern vorgelesen. Die Beteiligung im Jahr 2011 ist ebenfalls vorgesehen. Das Konzept: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor, in Kindergärten, Schulen, Bibliotheken oder Buchhandlungen.

 

  • Wir lesen vor - eine Initiative von DIE ZEIT und STIFTUNG LESEN.

    Der bundesweite Vorlesetag lädt Prominente, Politiker, ältere Schüler und alle anderen Interessierten bundesweit dazu ein, Kindern vorzulesen.Seit 2004 findet er jährlich im November statt.

    Mehr Informationen unter www.wirlesenvor.de

     

  • Weitere Informationen
  • Lesefest in Eltville
    "Erzählen für Kinder ist ein Spiel mit vielen Bällen.“ .

Inhalt erstellt am 07.02.2005  -  Zuletzt aktualisiert am 29.08.2011

Detailsuche

  • Adressbuch
  • Einrichtungen und Ansprechpartner in Ihrer Nähe
  • Erste Hilfe
  • Die Anlaufstelle für den familiären Notfall
  • Kontakt
  • Der direkte Draht zur FamilienAtlas - Redaktion
Seitenanfang