Vorleseland Hessen

Die Förderung der Sprachentwicklung schon in der frühen Kindheit ist von entscheidender Bedeutung für den erfolgreichen Wechsel der Kinder in die Schule und ihre späteren Schulleistungen. Lese- und Sprachkompetenz spielen eine wichtige Rolle bei der Persönlichkeitsentwicklung und sind Grundvoraussetzungen für die Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben.

Die Grundlagen hierfür werden schon in der Familie, aber auch in der Kindertagespflege und der Kindertagesstätte durch häufiges Vorlesen gelegt. Vorlesen und Lesen sind wichtige Elemente, um die Phantasie und Kreativität anzuregen sowie die Aufnahme komplexer Sachverhalte einzuüben und den Wortschatz auszubauen. An das Lesen heran geführt werden Kinder in erster Linie dadurch, dass ihnen vorgelesen wird. Und sie brauchen Vorbilder, die sie zum Lesen animieren.

Das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit engagiert sich deshalb seit dem Jahr 2001 für Projekte der Stiftung Lesen, die die Sprach- und Leseförderung für Kinder im Vorschulalter zum Inhalt haben. Im Jahr 2008 wurde ein weiteres Projekt von der Stiftung Lesen und der Stiftung Zuhören angeboten, dass die Sprach- und Leseförderung im Kindergarten als auch in der Grundschule gefördert hat. Im Jahr 2009 kam ein weiteres Projekt der Karl Kübel-Stiftung hinzu. Es hat zum Ziel, die Sprach – und Lesekompetenz bei Kindern zu fördern.

 

Übersicht zu den Aktivitäten im Bereich der Leseförderung:

Das Projekt „Vorlesepaten für Hessen“ (2001/2002) bildete in eintägigen Vorlese-Seminaren ehrenamtliche Vorlesepaten für Kindertagesstätten aus. Für die Vorlesepaten gibt es seit dem Jahr 2004 eine Clubzeitschrift. Neben den Schulungen und den schriftlichen Materialien wurden regelmäßige Erfahrungsaustauschtreffen durchgeführt und aktuelle Informationen weitergeleitet.

Im Projekt „Aufbau eines Netzwerkes von ehrenamtlichen Vorlesepaten in Hessen“ (2003/2004) wurde das Netzwerk von Vorlesepaten weiter ausgebaut. Besondere Bedeutung kam auch der Werbung regionaler Ansprechpartner zu, die zur regionalen Vermittlung und Betreuung der Vorlesepaten bereit sind. Mittlerweile gibt es bundesweit 10.000 Vorlesepaten, davon stammen 2.442 Vorlesepaten aus Hessen.

Das Projekt „Gemeinsam lesen – gemeinsam lernen“(2005) richtete sich an ehrenamtliche Vorleser/innen und Eltern auf der einen Seite sowie Erzieher/innen auf der anderen Seite, um die für die Entwicklung der Kinder im Vorschulalter wichtigen Bezugsgruppen einzubeziehen. In halbtägigen Fortbildungen wurde diesen Zielgruppen das nötige Know-how für eine wirkungsvolle Sprachförderung in der Familie wie auch in der Kindertageseinrichtung vermittelt.

Das Projekt „Kleine Mädchen lesen – kleine Jungen auch!“(2006) richtete sich an Eltern und Kindertagespflegepersonen, die in gemeinsamen halbtägigen Fortbildungen Unterstützung bei der Förderung der Sprach- und Lesefähigkeit der Kinder erhielten. Bei den Fortbildungen stand die möglichst frühe und kontinuierliche Heranführung von Mädchen und Jungen an geeignete und ihren speziellen Interessen und Lesevorlieben entgegenkommenden Lesestoff sowie an den spielerischen Umgang mit Sprache im Vordergrund. Auf geschlechtsspezifische Lesevorlieben wurde speziell eingegangen. Ziel war eine optimale Förderung der individuellen Fähigkeiten der Kinder. Die Eltern und Kindertagespflegepersonen sollten sich dabei auch ihrer Rolle als Lesevorbild bewusst werden und diese Aufgabe als Chance begreifen lernen.

Die Fortführung des Projekts „Kleine Mädchen lesen – kleine Jungen auch!“ erfolgte aufgrund der großen Nachfrage von Tagespflegepersonen und Eltern an dem 2006 durchgeführten Projekt auch in den Jahren 2007 und 2008 für die Altersgruppe der 0 – 3 jährigen Kinder. Ein weiterer Aspekt, der im Sinne des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans neu aufgegriffen wurde, diente der Vernetzung und Implementierung der Projektinhalte. Die Fortbildungen sollten nicht nur für Kindertagespflegepersonen und Multiplikatoren ausgeschrieben werden, sondern auch für die Eltern, deren Kinder in der Obhut der Kindertagespflegepersonen stehen. Damit konnten Lese- und Sprachfördertandems entstehen, die eine Kontinuität der kindlichen Sprachförderung und Hinführung zur Lesemotivation erleichterten. Ergänzt wurde das „Tandem" durch Vorlese-Aktionen ehrenamtlicher Vorlesepaten. Diese Verflechtung ermöglichte eine durchgängige Sprach- und Leseförderung, die der Entwicklung des Kindes zu Gute kommt.

Auch im Jahr 2010 wird das Projekt mit einer konzeptionellen Erweiterung fortgeführt. Der Kreis der Teilnehmenden wird um  Erzieherinnen und Erzieher erweitert.

Aus diesen Projekten heraus bilden sich immer wieder neue Vorlesepaten, die in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Bibliotheken, aber vor allem in Kindergärten und Horten vorlesen. Durch ihre reiche Lebenserfahrung und durch ihre Vorbildfunktion tragen sie mit dazu bei, Kinder bereits sehr früh mit dem Medium „Buch“ vertraut zu machen. Sie fördern somit auch den Kontakt zwischen den Generationen.

Das Projekt "DREIKLANG: Zuhören - Sprechen – (Vor)lesen" wurde 2008 von der Stiftung Lesen und der Stiftung Zuhören mit Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums und des damaligen Hessischen Sozialministeriums durchgeführt. Im Rahmen dieses Projektes wurden 20 ausgewählte Tandems, die an der Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen im inneren und äußeren Kreis mitgearbeitet haben, in dem Bereichen „kommunikationsfreudige und medienkompetente Kinder“ fortgebildet.

Die Zuhör-, Sprech- und Lesefähigkeit gehören zu den grundlegenden Kenntnissen und Fähigkeiten, die Kinder möglichst optimal anwenden sollten. Sie sind Voraussetzung für den Erwerb der Kulturtechniken Lesen und Schreiben und für eine erfolgreiche Teilnahme am Schulunterricht. Mit dem Fortbildungsprojekt DREIKLANG sollten Fach- und Lehrkräfte in Kindergärten und Grundschulen und Personen aus anderen Lernorten in die Lage versetzt werden, die drei Basiskompetenzen (Zuhören – Sprechen – (Vor)lesen) gleichrangig in ihrer pädagogischen Arbeit zu berücksichtigen, um so die Anlagen der Kinder fantasievoll und kreativ zu unterstützen und sie auf die weiteren Lernprozesse vorzubereiten.

Als vertiefendes Element wird sich das Konzept nachhaltig auswirken im frühen Bildungsprozess von Kindern, Freude und Neugier am Lesen erwecken und letztlich auch zum Erreichen des sinnerfassenden Lesens am Ende des zweiten Schuljahres beitragen. In der Fortbildung „DREIKLANG: Zuhören – Sprechen – (Vor)lesen“ erhielten die Fachkräfte hierzu weitergehendes fachliches Wissen vor dem Hintergrund aktueller pädagogischer Erkenntnisse sowie Methoden und Materialien, durch die Kinder in der entscheidenden Entwicklungsphase gezielt gefördert werden können. Durch die Fortbildung haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ferner die Kompetenz erworben, bei Interesse Hör- und Leseclubs an ihrer Einrichtung durchzuführen.

Die Fortführung des Projektes „Dreiklang“ erfolgt aufgrund der großen Nachfrage von Fach- und Lehrkräften an dem in 2008 durchgeführten Projekt auch in den Jahren 2009 und 2010. Im Rahmen dieses Projektes werden 26 Tandems fortgebildet. Neben den Fortbildungsveranstaltungen für die Fach- und Lehrkräfte sind eine Fachtagung und die Erstellung einer Praxis- und Elternbroschüre vorgesehen.

Seit 2004 führt die Stiftung Lesen einen bundesweiten „Vorlesetag“ in Kooperation mit der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ durch. Alle Kabinettsmitglieder haben sich in den vergangenen vier Jahren an dem bundesweiten Vorlesetag beteiligt und Kindern vorgelesen. Das Konzept: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag aus Lieblings-Büchern vor – in, Kindergärten, Schulen, Bibliotheken, Museen oder Theatern.

Die Karl-Kübel-Stiftung führt in den Jahren 2009 und 2010 mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit das Projekt „Lernen mit Echtzeug“ in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Gießen durch. Ziel dieses Kooperationsprojektes mit jeweils einer lokalen Tageszeitung vor Ort ist es, die Literacy-Kompetenz bei Kindern der Altersgruppe 3 – 6 Jahren in Kindertagesstätten zu fördern. So sollen Kinder durch die Zeitung als Medium ihr Lebensumfeld und die „große weite Welt“ darüber hinaus entdecken. Sie sollen den Informationsgehalt der Zeitung kennenlernen sowie den Sinn von Bildern, Buchstaben und Symbolen in der menschlichen Kommunikation erfassen.

Maximal 20 Kindertagesstätten im Umfeld einer lokalen Zeitung erhalten ein Jahr lang eine Zeitung, um hiermit das „Lernen mit Echtzeug“ durchführen zu können. Erzieherinnen und Erzieher werden in Fortbildungsveranstaltungen in das Projekt eingeführt, Eltern sollen durch gezielte Elternarbeit mit dem Projekt vertraut gemacht werden.

  • Wir lesen vor - eine Initiative von DIE ZEIT und STIFTUNG LESEN.

    Der bundesweite Vorlesetag lädt Prominente, Politiker, ältere Schüler und alle anderen Interessierten bundesweit dazu ein, Kindern vorzulesen.Seit 2004 findet er jährlich im November statt.

    Mehr Informationen unter www.wirlesenvor.de

     

  • Weitere Informationen
  • Lesefest in Eltville
    "Erzählen für Kinder ist ein Spiel mit vielen Bällen.“ .

Inhalt erstellt am 07.02.2005  -  Zuletzt aktualisiert am 14.04.2010

Detailsuche

  • Adressbuch
  • Einrichtungen und Ansprechpartner in Ihrer Nähe
  • Erste Hilfe
  • Die Anlaufstelle für den familiären Notfall
  • Kontakt
  • Der direkte Draht zur FamilienAtlas - Redaktion
Seitenanfang