Sprachkompetenz entscheidet heute in hohem Maße über eine zufriedenstellende Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben, über Schulerfolg und Berufschancen, aber auch über die Persönlichkeitsentwicklung und die Integration in das unmittelbare soziale Umfeld.
Eine - im Auftrag des Hessischen Sozialministeriums durchgeführte - repräsentative Untersuchung des Sprachstands von 4- bis 4 ½-jährigen Kindergartenkindern im Jahr 2003 brachte alarmierende Ergebnisse. Hiernach wiesen 22 Prozent der deutschen und 51 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund im Alter von vier bis viereinhalb Jahren Sprachentwicklungsverzögerungen oder andere Sprachprobleme auf. Dieses Ergebnis war Anlass, dass der Sprachförderung, angesichts der erkennbaren Lücken und Verzögerungen in der Entwicklung, bereits im Vorschulalter mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Kinder brauchen dringend Sprachvorbilder, Ansprechpartner und häufige Sprachanlässe und ggf. auch die Teilnahme an gezielter individueller Sprachförderung..
Eine neuerliche Untersuchung der Kinder, bei denen seinerzeit Förderbedarf festgestellt worden war, ergab im Jahr 2005, dass sich deren sprachliche Kompetenzen ganz deutlich verbessert hatten. 90 Prozent der deutschen Kinder und 66 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund, die in der ersten Untersuchung sprachauffällig gewesen waren, hatten nun einen altersangemessenen Sprachentwicklungsstand. Diese Folgestudie macht deutlich, dass es gelingen kann, auch durch einfache Fördermaßnahmen Sprachauffälligkeiten bei Kindern entgegenzuwirken. Hierbei spielen vor allem die Erzieherinnen und Erzieher eine wichtige Rolle, deren Engagement entscheidend dazu beiträgt, die Sprachkompetenzen der Kinder zu verbessern. Die Fachkräfte hatten die Ergebnisse des Erstscreenings ernstgenommen: Fast drei Viertel nutzten entsprechende Fortbildungsangebote und wurden für verschiedenen Sprachfördermöglichkeiten geschult, aber auch die Eltern wurden in den Kindertageseinrichtungen verstärkt mit einbezogen. Dabei zeigte sich auch, dass die Eltern erfreulich oft die Ergebnisse der Untersuchung zum Anlass nahmen, auf die sprachliche Entwicklung der Kinder einzuwirken.
Die beiden Untersuchungen zu Sprachstandserfassung von Kindergartenkindern haben gezeigt, dass es durch das Verfahren des Marburger Sprachscreenings (MSS) gelingt, wesentliche sprachliche Schlüsselkompetenzen der Kinder zu erfassen und bei Auffälligkeiten gezielte Fördermaßnahmen einzubringen. Da ein entsprechendes Instrument gefehlt hatte, war dieser altersangepasste Sprachtest eigens für die hessischen Projekte entwickelt worden. Wichtig auch: Erstmals wurden solche Untersuchungen nicht auf Kinder mit Migrationshintergrund beschränkt, sondern bezogen auch die Kinder mit Deutsch als Muttersprache ein.
Die Sprachentwicklung der Kindern im Kindergartenalter soll künftig regelmäßig in den hessischen Kindertagesstätten erfasst werden. Mit der Einführung einer solchen landesweiten Sprachstandsfeststellung wird im Kindergartenjahr 2007 in ausgewählten Kreisen und Kommunen unseres Bundeslandes begonnen.
In begrenztem Umfang stehen noch Exemplare der Erst- und der Zweitstudie der Fachpraxis und der Fachöffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung und können bestellt werden bei: Hess. Sozialministerium, Dostojewskistr. 4, 65187 Wiesbaden; oder: poststelle@hsm.hessen.de.
Um die kindliche Sprachkompetenz zu fördern, muss sich immer wieder über den Stand der Sprachentwicklung eines jeden Kindes vergewissert werden. Aber auch die Politik benötigt entsprechende Daten, um Fördernotwendigkeiten frühzeitig erkennen zu können.
Zwei im Auftrag des Hessischen Sozialministeriums erstellte Studien zur Sprachstandserfassung von Kindergartenkindern haben gezeigt, dass es durch das Marburger Sprachscreening (MSS) gelingt, wesentliche sprachliche Schlüsselkompetenzen der Kinder zu erfassen und bei Auffälligkeiten Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Eine Erstuntersuchung der Sprachkompetenzen von Kindergartenkindern im Jahr 2003 brachte alarmierende Ergebnisse. Hiernach wiesen 22 Prozent der deutschen und 51 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund im Alter von vier bis viereinhalb Jahren Sprachentwicklungsverzögerungen oder andere Sprachprobleme auf. Dieses Ergebnis hat gezeigt, dass der Sprachförderung angesichts der erkennbaren Lücken und Verzögerungen in der Entwicklung bereits im Vorschulalter mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Kinder brauchen Sprachvorbilder, Ansprechpartner und häufige Sprachanlässe.
Als Reaktion auf dieses Ergebnis wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertageseinrichtungen insbesondere im Hinblick auf die verschiedenen Sprachfördermöglichkeiten geschult und auch die Eltern in diesen Prozess eingebunden. Dabei zeigte sich, dass die Eltern erfreulich oft die Ergebnisse der Untersuchung zum Anlass nahmen, auf die sprachliche Entwicklung der Kinder einzuwirken. Auch die Fachkräfte nahmen die Ergebnisse des Screenings ernst: Fast drei Viertel nutzten in den vergangenen zwei Jahren entsprechende Fortbildungsangebote.
Eine neuerliche Untersuchung der gleichen Kinder ergab nun, dass sich deren sprachliche Kompetenzen signifikant verbessert haben. Bei 90 Prozent der deutschen Kinder und 66 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund waren deutliche Verbesserungen zu erkennen. Dieses Ergebnis zeigt zum einen, dass das Marburger Sprachscreening geeignet ist, bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Sprachkompetenz von Kindern zu erfassen. Die Folgestudie macht darüber hinaus deutlich, dass es gelingen kann, durch einfache Fördermaßnahmen Sprachauffälligkeiten bei Kindern entgegenzuwirken. Hierbei spielen vor allem die Erzieherinnen und Erzieher eine wichtige Rolle, deren Engagement trägt entscheidend dazu bei, die Sprachkenntnisse der Kinder zu verbessern.
Von den 89 beteiligten Kindergärten wurden 47 Kindergärten mit Landesmitteln besonders gefördert:
• 43 erhielten Zuwendungen aufgrund erhöhter Anteile von Kindern mit Migrationshintergrund. Eine solche Förderung ist möglich, wenn 20 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben. Diese Mittel wurden zur Aufstockung des Personalschlüssels für die Integrationsaufgaben verwendet.
• 19 Kindergärten erhielten Mittel zur Sprachförderung der Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse.
• 14 weitere wurden mit Landeszuschüssen für Fortbildungsmaßnahmen zur Sprachförderung ausgestattet.
• In 2 Kindergärten wurden Deutschkurse für Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund („Mama lernt Deutsch“) angeboten.
