Jugendhilfe und Schule

Die Diskussionen über die Bildung der nachwachsenden Generation in den vergangen Jahren machen deutlich, dass einerseits unter Bildung heute mehr als Schule verstanden wird und sich andererseits der Blick auf Schule verändert hat.

Klar ist heute, dass junge Menschen in verschiedenen Lernsettings sich Wissen und Kompetenzen aneignen und die Befähigung zu kompetentem und angemessenem Handeln (Aneignung von Handlungskompetenz) nur durch die Verschränkung schulischer und außerschulische Lernorte möglich wird. 

 

Kinder lesen von einem Blatt Papier, das eine Lehrerin in der Hand hält

 

Lernort Schule

Mit dem aus unterschiedlichsten Gründen stattfindenden Ausbau des Lernorts Schule – Stichwort: Ganztagsschule bzw. ganztägig arbeitende Schule – werden die außerschulischen Lernorte –Stichwort: Angebote der Jugendhilfe bzw. Jugendarbeit – mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Wird ihre Bedeutung im Bildungsprozess zwar stärker als in der Vergangenheit wahrgenommen, steht die „einigermaßen ausbalancierte Koexistenz von Familie, Schule und außerschulischen Akteuren“ (14. Kinder- und Jugendbericht 2013) nun vor der Notwendigkeit einer neuen Justierung.

Da gerade Ganztagsschulen bzw. ganztägig arbeitende Schulen im Bereich des Aufbaus und Betriebs eines außerunterrichtlichen Angebots über vergleichsweise wenig Kompetenz verfügen, Träger von Angeboten der Jugendhilfe (z.B. Jugendorganisationen, Wohlfahrtsverbände) demgegenüber über langjährige Erfahrungen und Kompetenz in diesem Feld verfügen, liegt nichts näher, hier eine Kooperation zwischen den beiden Lernorten anzustreben bzw. zu erwarten.

 

Jugendliche beim Tauziehen

 

Zusammenarbeit  von Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen

Vor diesem Hintergrund gibt es vielfältige Anstrengungen, den „Gesamtzusammenhang von Bildung, Betreuung und Erziehung“ zu stärken. Wenn Kultus- und Jugendministerkonferenz (Beschlüsse vom 13./14. Mai 2004 u. 3./4. Juni 2004) von einem solchen Gesamtzusammenhang sprechen, stellen sie gerade diese Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule in den Mittelpunkt. Dabei ist davon auszugehen, dass die beiden Partner unterschiedliche Stärken, Traditionen und Kulturen besitzen. Im Interesse von Kindern, Jugendlichen und Familien, aber auch im Interesse einer erfolgreichen Arbeit der Fachkräfte in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen, ist die Zusammenarbeit wirksam zu gestalten. Oft mangelt es noch an einer kontinuierlichen, verbindlichen und partnerschaftlichen Kooperation. Es gibt aber auch hoffnungsvoll stimmende Beispiele, Erfolge, wegweisende Projekte und Modelle.

 

Inhalt erstellt am 16.08.2005  -  Zuletzt aktualisiert am 22.04.2013

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