Adoptionsvermittlung ist integraler Bestandteil der Jugendhilfe. Alle hessischen Jugendämter unterhalten Adoptionsvermittlungsstellen mit besonders qualifizierten Fachkräften. Ihr Tätigkeitsfeld hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Während früher die Vermittlung elternloser Kinder in Adoptivfamilien im Vordergrund stand, bilden heute die Stiefkindadoptionen und die Überprüfung von Bewerbern für Auslandsadoptionen den Arbeitsschwerpunkt. Auch die Adoptionsform hat sich geändert. War ursprünglich die Inkognito-Adoption unbestritten, werden heute neue, offene Formen angestrebt.
Im Jahr 2010 wurden in Hessen laut dem Hessische Statistische Landesamt 322 Kinder und Jugendliche adoptiert, fünf weniger als 2009. Nach Auskunft des Landesamts gab es 2010 allerdings eine Untererfassung von etwa 30 Auslandsadoptionen, da ein Träger nicht gemeldet hatte. Addiert man diese hinzu, gab es in 2010 sogar mehr Adoptionen als 2009. Damit wurde die seit Mitte der 1980er Jahre stark rückläufige Tendenz der Adoptionen gebremst. Die bisher meisten Adoptionen hatte es mit 1035 im Jahr 1955 gegeben.
Gut 40 Prozent der adoptierten Kinder wurden von Stiefvater oder Stiefmutter adoptiert, zwölf Prozent wurden von Verwandten und die Hälfte von familienfremden Personen angenommen.
Am Jahresende 2010 waren 55 Kinder und Jugendliche zur Adoption vorgemerkt, 23 mehr als 2009. Demgegenüber lagen den Trägern von Adoptionen 509 Adoptionsbewerbungen vor (151 weniger als 2009). Rechnerisch standen damit einem zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen neun mögliche Adoptiveltern gegenüber.
Gemeinsame Zentrale Adoptionsstelle
Die Gemeinsame Zentrale Adoptionsstelle (GZA) Rheinland-Pfalz und Hessen bietet Beratung und Auskunft in Adoptionsfragen, gerade auch bei Auslandsadoptionen.
