Geschlechtsbewusste Jungenarbeit hat sich zu einem anerkannten Arbeitsansatz und Qualitätsmerkmal in der Jugendhilfe entwickelt.
Sie stellt die Kategorie Geschlecht in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und setzt den männlichen pädagogischen Mitarbeiter, seine Fachlichkeit und seine Reflexionsbereitschaft voraus. In der Praxis jedoch sind spezielle Angebote für Jungen, in der ihre Rolle reflektiert und tradierte "männliche" Rollenbilder hinterfragt werden können, noch keine Selbstverständlichkeit. Eine Umfrage unter den kommunalen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit hat 2004 ergeben, dass nur gut die Hälfte (55%) der beteiligten Einrichtungen Angebote für Jungen im Programm hatten - Angebote speziell für Mädchen gab es dagegen in 72% der Einrichtungen.
Um diese Situation zu ändern, haben sich interessierte Mitarbeiter aus kommunalen und verbandlichen Initiativen dazu entschlossen, in Arbeitskreisen für Jungenarbeit regional und landesweit zusammenzuarbeiten. In diesen Fachgruppen arbeitet das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit in partnerschaftlicher Weise mit.
