Modellprojekt „Studieren mit Kind“ in Gießen gestartet

Familie und Beruf zu vereinbaren fällt Akademikern besonders schwer. Das, was bisher als Notfall betrachtet wurde, soll künftig an der Justus-Liebig-Universität in Gießen der Normalfall sein: Studieren mit Kind. Im Auftrag der hessenstiftung - familie hat zukunft wird ein Modellprojekt im Laufe der nächsten vier Jahre versuchen, passgenaue Arrangements zur Vereinbarkeit von Studium und Familie zu entwickeln, zu erproben und auszuwerten. Die wissenschaftliche Leitung dieser Längsschnitt-Studie liegt bei Uta Meier-Gräwe, Professorin für Familienwissenschaft an der Universität Gießen.

Anlass für das Projekt ist die hohe Kinderlosigkeit von Akademikerinnen und Akademikern. Im Jahre 2001 hatten in Westdeutschland von den 30 bis unter 35-jährigen Akademikerinnen mehr als 62 Prozent keine Kinder (Mikrozensus 2001). Derzeit bleiben über 40 Prozent der Hochschulabsolventinnen zeitlebens ohne Kinder. Dies steht in einem auffälligen Gegensatz zu den vom Deutschen Studentenwerk (DSW) ermittelten Wünschen von studierenden Frauen und Männern, die sich zu 80 Prozent eine Zukunft vorstellen, in der eine qualifizierte Berufstätigkeit und Familie einen ebenbürtigen Platz einnehmen.

Hier will das Modellprojekt „Studieren mit Kind“ ansetzen und die Vorteile einer frühen Elternschaft bereits während des Studiums herausstellen. Dazu werden die Mitarbeiterinnen von Prof. Meier-Gräwe die Studienorganisation, die Wohnbedingungen und die Betreuungsstrukturen für studierende Eltern kritisch unter die Lupe nehmen, um anschließend konkrete Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen – eine bundesweit einmalige Vorgehensweise.

Zeitgleich zum Projektstart soll ein „Lokales Bündnis für Familien“ in Gießen gegründet werden. So kann das Modellprojekt von Beginn an mit kommunalen Akteuren auf verschiedenen Arbeitsgebieten kooperieren. „Wir brauchen Partner, um die als notwendig erkannten Maßnahmen gemeinsam umzusetzen“, hob Ulrich Kuther von der Geschäftsführung der Hessenstiftung hervor. „Die Stiftung will mit ihren Fördermitteln – 130.500 Euro über vier Jahre - einen Anreiz schaffen, der weitere Mittel in der Region mobilisieren soll zugunsten der Studierenden mit Kind.“

  • Ansprechpartner
  • Dr. Ulrich Kuther
    Bevollmächtigter der Geschäftsführung
    hessenstiftung - familie hat zukunft
    c/o Karl Kübel Stiftung
    Darmstädter Str. 100
    64625 Bensheim
    Telefon: 06251/ 7005-31
    Fax: 06251/7005-77
    Mail: u.kuther@hessenstiftung.de

Inhalt erstellt am 28.02.2005  -  Zuletzt aktualisiert am 22.06.2005

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