Familienfreundlichkeit als Standortfaktor

Familienfreundlichkeit gilt unter deutschen Führungskräften neuerdings als harter Standortfaktor. Dies zeigt die am 13. April im Berliner Haus der Deutschen Wirtschaft veranstaltete Konferenz "Familie - ein Erfolgsfaktor für die Wirtschaft": 250 Vorstände, Geschäftsführer und Führungskräfte führender Unternehmen wie der Airbus Deutschland GmbH, der Allianz Lebensversicherungs-AG und Roland Berger Strategy Consultants, der Arbeitgeberverbände sowie großer öffentlicher Arbeitgeber diskutierten über die Möglichkeiten und Instrumente einer familienfreundlichen Personalpolitik. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hatte die Veranstaltung gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung initiiert, um Erfahrungen aus der Wirtschaft zusammenzuführen und Anstöße für neue Konzepte einer familienfreundlichen Unternehmenskultur zu geben. Dabei standen unter anderem Themen wie unternehmerische Flexibilität, Mitarbeiterzufriedenheit, Kosten-Nutzen-Relation für die Unternehmen und Konzepte betrieblicher Kinderbetreuung im Fokus.

Bundeskanzler Gerhard Schröder setzte in einer Grundsatzrede zur Familienpolitik der Bundesregierung einen Schwerpunkt auf die ökonomische Notwendigkeit und den ökonomischen Nutzen von Familienfreundlichkeit. Er machte deutlich, dass Familie ein Gewinnerthema ist, für die Menschen, für die Wirtschaft und für den Staat.

Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wertete das große Interesse der Wirtschaft am Thema Familienfreundlichkeit als sichtbaren Bewusstseinswandel. Sie erklärte zum Auftakt der Konferenz: "Die heutige Veranstaltung setzt ein wichtiges Signal. Die neue Familienpolitik wird - gestützt durch gute ökonomische Argumente - zu einem harten Thema. Deutschland braucht mehr Kinder. Mehr Kinder bedeuten nicht nur mehr individuelles Glück, sondern auch mehr Wohlstand und mehr Wachstum. Ohne Kinder gibt es keinen Fachkräftenachwuchs, keine neuen Unternehmen, weniger Innovationen. Dazu brauchen wir eine nachhaltige Familienpolitik, die mit einem neuen Mix aus Infrastruktur, Zeit und Geld eine Balance von Familie und Beruf ermöglicht. Das kommt auch den Unternehmen zugute, denn eine familienbewusste Personalpolitik ist ein wesentlicher Faktor für ihren wirtschaftlichen Erfolg."

Dass Unternehmen mit familienfreundlicher Personalpolitik Zukunftssicherung betreiben, betonte auch BDA-Präsident Dr. Dieter Hundt: "Eine nachhaltige Familienpolitik ist eine wichtige Investition in die Zukunft unseres Landes. Diese Erkenntnis hat mittlerweile alle gesellschaftlichen Akteure erreicht. Und mit der freiwilligen Allianz von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind wir dabei ein großes Stück vorangekommen." Die BDA beteiligt sich nicht nur an der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufenen "Allianz für die Familie", sondern unterstützt darüber hinaus mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung den Unternehmenswettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2005" des BMFSFJ.

Dr. Michael Endres, Vorsitzender des Vorstandes der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, kündigte im Rahmen der Konferenz an, dass die Hertie-Stiftung ihr Audit "Beruf und Familie" für Unternehmen weiter ausbauen werde. Gemeinsam mit Roland Berger und Partner und der Universität Münster entwickelt die Stiftung eine betriebswirtschaftliche Datenbank, die die Wertschöpfung bemisst, welche das Audit in den Unternehmen bewirkt. Dr. Endres: "Das Audit ist gewissermaßen die DIN-Norm für Familienfreundlichkeit im Unternehmen. Diese Datenbank soll den Unternehmen zeigen, dass sie sich mit ihrer familienbewussten Unternehmenspolitik nicht etwa für die Volkswirtschaft opfern, sondern Nutzen für das eigene Unternehmen schaffen."

(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Inhalt erstellt am 06.06.2005  -  Zuletzt aktualisiert am 22.11.2005

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