Hessen sucht „Familien-Stadt mit Zukunft“

Die Hessische Landesregierung erprobt in einem Modellprojekt, ob sich die Geburtenrate durch eine aktive Familienpolitik vor Ort erhöhen und auf diese Weise eine demographische Trendwende einleiten lässt. Sozialministerin Silke Lautenschläger gab in Wiesbaden den Startschuss für den Wettbewerb „Familien-Stadt mit Zukunft“.

„Gesucht werden zwei mittelgroße Kommunen in Hessen mit 20.000 bis 50.000 Einwohner, die mit dem Land eine Allianz für eine demografische Trendwende eingehen und beste Strategien für ein familienfreundlicheres Klima entwickeln und erproben. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit junge Menschen ihren Kinderwunsch eher realisieren können“, erklärte die Ministerin. Es werde überprüft, wie sich diese familienpolitischen Maßnahmen innerhalb eines Jahrzehnts auf die Entwicklung der Geburtenrate auswirken.

Hintergrund des Projektes ist die seit Jahrzehnten anhaltend niedrige Geburtenrate in Hessen. Bei einem Durchschnitt von 1,36 Kindern pro Frau ist bis zum Jahr 2050 mit einem deutlichen Rückgang der hessischen Bevölkerung zu rechnen. Dies wird negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung Hessens, den Arbeitsmarkt und somit den Lebensstandard in Hessen haben. In anderen europäischen Ländern, wie z.B. Frankreich, Dänemark, Irland, Norwegen oder Großbritannien, liegt die Geburtenhäufigkeit hingegen deutlich höher liegt als in der Bundesrepublik. Diese guten Beispiele nimmt sich das Land nun zum Vorbild, um dem vorhergesagten demografischen Trend entgegen zu wirken und eine ähnlich positive Entwicklung in Gang zu setzen. Die ausgewählten „Familien-Städte mit Zukunft“ sollen anderen hessischen Kommunen zeigen, dass Kinder- und Familienfreundlichkeit ein Gewinn ist und so zur Nachahmung anregen. Die Landesregierung stellt für dieses Modellprojekt insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung.

Kommunen, die „Familien-Stadt mit Zukunft“ werden wollen, sind aufgefordert, mit der Bewerbung ihre Bevölkerungsstruktur, ihre bisherigen Familien unterstützenden Leistungen sowie ihr Konzept zur Schaffung eines familienfreundlicheren Klimas darzustellen. Aus dem Konzept soll hervorgehen, welche Planungskonzepte bislang umgesetzt wurden und welche neuen, zusätzlichen Leistungen mit der finanziellen Unterstützung des Landes geplant werden. Die Landesregierung wird bei der Bewertung der Konzepte innovative Ideen, generationenübergreifende Lösungen sowie Maßnahmen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements besonders berücksichtigen. Die Bewerbung als Modellkommune ist bis zum 30. Juni 2005 an das Hessische Sozialministerium zu richten.

Das Sozialministerium wird aus den eingehenden Bewerbungen jeweils eine Kommune aus einem Ballungsraum und eine aus dem ländlichen Raum auswählen. Zur Analyse, ob und inwieweit die zwischen den Modellkommunen und dem Land vereinbarten Maßnahmen Auswirkung auf die Geburtenhäufigkeit hat, soll die HA Hessen Agentur GmbH das Modellprojekt wissenschaftlich begleiten. Eine Zwischenbilanz ist nach fünf, eine Endanalyse nach zehn Jahren vorgesehen.

(Quelle: Hessisches Sozialministerium)

Inhalt erstellt am 06.06.2005  -  Zuletzt aktualisiert am 22.11.2005

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