Kinderbarometer Hessen: Trennung der Eltern ist nicht immer eine Belastung

20 Prozent der Kinder zwischen neun und 14 Jahren in Hessen leben in Familien mit getrennten Eltern – das zeigt eine Umfrage unter 2.200 Schülern der 4. bis 9. Schulklasse, die im Kinderbarometer Hessen 2004 ausgewertet wird. Für viele Kinder gehört eine Trennung der Eltern damit längst zum Alltag. Betroffen von der hohen Scheidungsrate sind zu gut einem Drittel gemischtnationale Ehen und 19% deutsch-deutsche Ehen. Partnerschaften anderer Nationalitäten sind dagegen stabil, denn nur 8% der befragten Kinder geben an, von Trennungen betroffen zu sein. Auch scheint die Siedlungsform in der Häufigkeit der Trennungen eine Rolle zu spielen: je größer der Wohnort, desto häufiger finden sich in Hessen Kinder in getrennt lebenden Familien.

Die Trennung der Eltern jedoch scheint die Kinder nicht generell längerfristig stark zu belasten. Dies zeigt die Umfrage nach dem Wohlbefinden: Der Mittelwert des Wohlbefindens der Kinder innerhalb der Familie ergab die Note „gut“. Der Wert bei Kindern, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben, weicht davon kaum ab. Lediglich Kinder, die bei einem leiblichen Elternteil mit neuem Lebenspartner wohnen, geben an, sich in ihrer familiären Situation weniger wohl zu fühlen.

In Hessen leben etwa 11% der befragten Kinder allein mit ihrer Mutter, nur 1% lebt bei dem alleinerziehenden Vater und 5% bei der Mutter und einem neuen Lebenspartner. Letzterer wird häufig als emotionaler Belastungsfaktor gesehen, da er das Ende der Elternbeziehung verdeutlicht und seine Rolle in der Erziehung oft noch nicht klar ist. Er übernimmt jedoch auf längere Sicht gesehen eine immer wichtigere Funktion als Bezugsperson und Ansprechpartner der Kinder und wird dadurch oftmals als „Ersatzelternteil“ anerkannt. Stiefmütter haben es dagegen schwerer: nur 30% von ihnen werden von den Kindern akzeptiert.

Das Kinderbarometer Hessen ist ein Projekt der hessenstiftung – familie hat zukunft, in Zusammenarbeit mit dem ProKids-Institut Herten, unterstützt von der hessischen Kultusministerin und der hessischen Sozialministerin. Mit den Umfrageergebnissen sollen die Sichtweisen und Anliegen der Kinder stärker in der öffentlichen Diskussion eingebracht werden. Nach der erfolgreichen ersten Befragung 2004 beginnt im diesen Monat der zweite Durchlauf, dessen Ergebnisse Ende des Jahres veröffentlicht werden.

(Quelle: hessenstiftung - familie hat zukunft)

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  • Dr. Ulrich Kuther
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    hessenstiftung - familie hat zukunft
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    Fax: 06251/7005-77
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    Web: www.hessenstiftung.de

Inhalt erstellt am 06.06.2005  -  Zuletzt aktualisiert am 22.11.2005

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