Frankenberg wird Hessens „Familien-Stadt mit Zukunft“

Land startet Modellprojekt für demographische Trendwende

Die Stadt Frankenberg (Landkreis Waldeck-Frankenberg) wird Hessens „Familienstadt mit Zukunft“. Die nordhessische Kommune hat den entsprechenden Wettbewerb gewonnen, den das Land ausgeschrieben hatte. „Die Hessische Landesregierung erprobt in einem Modellprojekt, ob sich die Geburtenrate durch eine aktive Familienpolitik vor Ort erhöhen und auf diese Weise eine demographische Trendwende einleiten lässt. Frankenberg wird hierbei einer von zwei Standorten sein. Es hat mit einem gut strukturierten, zukunftsweisenden Konzept zur Verankerung der Familienfreundlichkeit in allen Lebensbereichen überzeugt“, teilte Sozialministerin Silke Lautenschläger in Wiesbaden mit.

Die Ministerin hat dem Frankenberger Bürgermeister Christian Engelhardt die gute Nachricht in einem persönlichen Gespräch übermittelt. Sie sieht in dem breiten Ansatz des Konzepts von Frankenberg, der sowohl Familien mit Kindern als auch solche, die noch keinen Nachwuchs haben, anspreche, eine Chance und eine erfolgversprechende Strategie, um die Geburtenzahl zu steigern. „Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit junge Menschen ihren Kinderwunsch eher realisieren können“, erklärte die Ministerin. Es werde überprüft, wie sich diese familienpolitischen Maßnahmen innerhalb eines Jahrzehnts auf die Entwicklung der Geburtenrate auswirken. Als nächster Schritt ist nun der Abschluss einer Zielvereinbarung zwischen Land und Stadt Frankenberg vorgesehen, in der die konkreten Maßnahmen und deren Finanzierung festgelegt werden.

Welche hessische Kommune der zweite Standort des Modellprojekts sein wird, steht noch nicht fest. Insgesamt haben sich 33 hessische Städte der vorgeschriebenen Größenordnung von 20.000 bis 50.000 Einwohnern um die Teilnahme am Modellprojekt beworben. Dies entspricht einer Bewerbungsquote von 70 Prozent der 47 in Frage kommenden Städte. „Die Mehrzahl der vorgeschlagenen Maßnahmen richtet sich an die Bevölkerungsgruppe, die bereits Kinder hat. Wenn aber das Ziel des Modellprojekts eine Erhöhung der Geburtenrate ist, müssen auch Ideen und Konzepte vorgelegt werden, die sich an die jungen Menschen richten, die sich noch nicht für ein Kind entscheiden konnten“, so die Sozialministerin. „Es wird notwendig sein, die Ursachen für die hohe Kinderlosigkeit zu analysieren und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort so zu gestalten, dass die Einstellung gegenüber und letztendlich auch die Entscheidung für Kinder positiv unterstützt werden.“ Deshalb haben die übrigen Bewerberstädte die Möglichkeit, ihre Konzeptionen zu ergänzen und bis spätestens 31. März 2006 beim Sozialministerium einzureichen. Aus den dann überarbeiteten Konzeptionen wird eine weitere „Familien-Stadt mit Zukunft“ ausgewählt.

(Quelle: Hessisches Sozialministerium)

Inhalt erstellt am 19.10.2005  -  Zuletzt aktualisiert am 19.10.2005

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