Gemeinsam für mehr Familienfreundlichkeit

200 Teilnehmer beim Landestreffen der Lokalen Bündnisse für Familie in Wiesbaden

Die Veranstaltung mit dem Titel „Lokale Bündnisse für Familie gestalten den demografischen Wandel“ bildet den Auftakt für eine umfassende Kooperation zwischen dem Hessischen Sozialministerium und dem Servicebüro Lokale Bündnisse für Familie. „Die Menschen in Hessen sollen wissen, dass Familienfreundlichkeit Vorrang für uns hat“, betonten die Hessische Familienministerin Silke Lautenschläger und Dr. Jan Schröder, Leiter des Servicebüros Lokale Bündnisse für Familie, vor rund 200 Bündnisakteuren und –interessierten im Biebricher Schloss in Wiesbaden.

Familienfreundlichkeit bedeutet dabei für beide Partner, die bestmögliche Infrastruktur für Familien vor Ort zu schaffen und Eltern mit Kindern in jeder Lebensphase aktiv zu unterstützen. An der Veranstaltung nahmen neben den Bündnispartnern hochkarätige Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik wie Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG sowie Stefan Grüttner, Staatsminister und Chef der Hessischen Staatskanzlei, teil.

Silke Lautenschläger lobte die 27 Lokalen Bündnisse in Hessen für ihre engagierte Arbeit und erläuterte die Grundlagen der gemeinsamen Kooperation. „Die Stärke der Lokalen Bündnisse für Familie liegt in ihrer Praxisorientierung“, so Lautenschläger. Im Mittelpunkt der Kooperation stehen die landesweite Etablierung der Bündnisidee sowie gemeinsame Projekte in den Handlungsfeldern Vereinbarkeit von Familie und Studium sowie Generationsübergreifendes Arbeiten. Gerade viele junge Menschen mit Hochschulausbildung bleiben heute kinderlos; rund 40 Prozent aller Studierenden mit Kind brechen ihr Studium vorzeitig ab oder entscheiden sich für eine längere Pause, wodurch der Zugang zum Arbeitsmarkt immer schwerer wird. Gleichzeitig wächst dagegen der Anteil der älteren Bevölkerung, deren reichhaltigen Erfahrungsschatz es für die Gesellschaft zu aktivieren gilt.

Ein weiterer wichtiger Baustein in der Kooperationsvereinbarung sind jährliche Spitzengespräche mit Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden zum Thema Familienfreundlichkeit. Von dem Austausch erhoffen sich die Kooperationspartner wertvolle Impulse für die operative Arbeit der Bündnisse sowie die Gewinnung weiterer starker Partner auf Landesebene. „Die Lokalen Bündnisse für Familie in Hessen verfügen bereits über ein enormes Know-how. Durch den gegenseitigen Austausch und Impulse von außen potenziert sich dieser Erfahrungsschatz und die Initiative erhält wertvolle Impulse für eine weitere, nachhaltige Entwicklung“, sagte Dr. Jan Schröder, Leiter des Servicebüros, im Hinblick auf die Spitzengespräche.

Bereits jetzt engagieren sich in den Lokalen Bündnissen für Familie in Hessen zahlreiche Verbände und Unternehmen für mehr Familienfreundlichkeit. Stellvertretend hierfür erläuterte im Rahmen der Netzwerkveranstaltung Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, die Bedeutung familienfreundlicher Maßnahmen für Unternehmen. Dabei stellte er die Aktivitäten der „Stiftung kinder- und familienfreundliches Melsungen“ vor, die von B. Braun aktiv unterstützt wird. „Die Wirtschaft ist in der Verantwortung, gemeinsam mit anderen Partnern Rahmenbedingungen zu schaffen, die jungen Menschen erlauben, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die Lokalen Bündnisse für Familie bieten hierfür einen sehr guten Rahmen“, sagte Braun. Nach seiner Erfahrung lohnten sich entsprechende Maßnahmen auch aus ökonomischer Sicht.

In Melsungen selbst haben die Bündnisakteure mit dem „Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen e.V.“ unter anderem eine Bürgerstiftung ins Leben gerufen, die familienfreundliche Projekte mitfinanziert, durch lokalen Austausch die Qualität der bestehenden Angebote fördert und weitere bedarfsorientierte Angebote für die qualifizierte Kinderbetreuung entwickelt.

Die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat sich das Lokale Bündnis in der Landeshauptstadt Wiesbaden als Ziel gesetzt. Dort haben die Bündnispartner ein Kooperationsmodell entwickelt, um ein betriebsunterstützendes Betreuungsangebot mit Krippenplätzen und Ganztagsbetreuung anzubieten. Darüber hinaus widmet sich das Bündnis der Stärkung der Erziehungskompetenz bildungsferner Familien, um den Kindern den Einstieg in das Bildungssystem zu erleichtern.

In Kassel schließlich reicht das Angebotsspektrum des Bündnisses von der Schaffung einer Elternservicestelle über die Einführung eines Kompetenzpasses für Berufsrückkehrerinnen und der Etablierung des Projekts Wohnen in der Gemeinschaft bis hin zum Ausbau der Betreuung für unter Dreijährige.

Wie wichtig die dabei gesammelten Erfahrungen auch für Bündnisakteure und Bündnisinteressierte aus anderen Standorten sind, zeigte der rege Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Innerhalb mehrerer Workshops diskutierten sie über bereits bestehende Projekte und über die Weiterentwicklung der Initiative durch Vernetzung auf regionaler Ebene. „Ich bin gespannt zu sehen, welche weiteren innovativen Projekte uns in Hessen erwarten. Ich bin mir sicher, dass die Kooperation mit dem Hessischen Sozialministerium, deren Auftakt wir heute erlebt haben, die Initiative weiter stärkt“, fasste Dr. Jan Schröder den Veranstaltungsablauf zusammen.

(Quelle: Hessisches Sozialministerium)

Inhalt erstellt am 22.02.2006  -  Zuletzt aktualisiert am 22.02.2006

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