04.12.-10.12.2006 – Zeitfresser Kinderbecken

Freitag 14:00 Uhr
Der Morgen bestand aus: Aufstehen, Frühstück, Kindergarten, Tagesmutter und Joggen. Wir haben mittlerweile allesamt unseren Wochenrhythmus gefunden.

Nun sitzen wir zusammen beim Mittagessen und diskutieren das Nachmittagsprogramm. Johanna malt dabei Glitzerschweine, Katarina singt. Draußen regnet es, und außerdem ist es noch ziemlich kalt dazu. Irgendwie fällt uns nichts wirklich Gutes ein…

Da kommt mir eine Idee: Wir könnten ja zusammen ins Schwimmbad fahren. Voller Begeisterung unterbreite ich den Kindern meinen Vorschlag. Beide brechen in Jubel aus, wobei Katarina wohl eher jubelt, weil Johanna am Jubeln ist. Aber Hauptsache, die Begeisterung ist da. Kaum gesagt, kommen mir die ersten Zweifel – mit beiden Kindern ins Schwimmbad? Was muss ich alles einpacken, wie kann ich im Schwimmbad bloß beide beaufsichtigen, wer hilft mir beim Umziehen der Kinder? Oh je, wäre ich bloß vorsichtiger mit meiner Aussage gewesen. Jetzt komme ich da aber nicht mehr raus. Johanna ist nicht mehr zu halten, sie hüpft durch die Wohnung und skandiert: Schwimmbad, Schwimmbad, Schwimmbad. Katarina läuft kreischend hinterher.

Nun gut - jetzt gilt’s. Ich suche unsere Schwimmsachen zusammen. Auf keinen Fall darf ich die Schwimmflügel vergessen. Dann führe ich mit Johanna ein „ernstes“ Gespräch. Ich erkläre ihr, dass ich im Schwimmbad ganz viel Aufmerksamkeit für Katarina aufbringen muss, da diese ja im Gegensatz zu ihr noch nicht so gut schwimmen kann. Johanna kann natürlich auch noch nicht gut schwimmen, aber meine Bitte kommt auf jeden Fall gut bei ihr an. Ich erkläre ihr auch, dass sie sich alleine aus- und anziehen muss, da ich mich auch hierbei nur um Katarina kümmern kann. Johanna hört sich das alles an, grinst und fragt, ob wir jetzt endlich fahren können.

Freitag 15:00 Uhr
Wir stehen an der Kasse. Ich verhandle kurz mit der Kassiererin, ob Johanna schon die kritische Größe für das Eintrittsgeld erreicht hat oder nicht. Ab 1 Meter Größe müssen Kinder nämlich 1,50 Euro Eintritt bezahlen. Trotz meines Einwandes, die Locken müssten noch abgezogen werden, kennt die Kassiererin keine Gnade. Johanna ist zufrieden, denn endlich hat sie auch einen Chip für die Drehtür und muss nicht wie die Babys, bzw. ihre kleine Schwester über das Drehkreuz gehoben werden.

Wir gehen in die Umkleidekabine, wo meine Tochter Johanna ohne ein Kommando meinerseits beginnt, sich umzuziehen. Sie verlangt ihren Badeanzug und ist innerhalb weniger Minuten fertig. Auch die zappelnde Katarina ist mittlerweile umgezogen, nur ich stehe noch in voller Montur da. Sofort kommt die Aufforderung, ich solle mich doch bitte etwas beeilen, da Johanna ins Schwimmbad möchte.

Endlich gehen wir zum Kinderbecken. Mich würde mittlerweile doch mal interessieren, wie viel meiner Lebenszeit ich am Rande eines Kinderbeckens verbracht habe. Da kommt ganz schön was zusammen. Ich versuche die Kinder zu überreden, ins tiefere Wasser zu gehen, aber das wird einfach von ihnen ignoriert. Sie gießen sich gegenseitig Wasser über den Kopf, dann bin ich auch dran. Zwischendurch unternehmen beide Tauchversuche - im 10 Zentimeter tiefen Wasser wohlgemerkt.

Nach einer Stunde Kinderbecken habe ich keine Lust mehr. Ich will jetzt ins tiefere Wasser. Also schnappe ich mir Katarina und trage sie zum Becken. Johanna folgt unter Protest. Das etwas kältere Wasser kommt auch nicht so gut an, so dass ich nach ca. 2 Minuten wieder am Kinderbecken sitze.

Nach zwei Stunden Kinderbecken wird die Badezeit beendet. Wir duschen, ziehen uns an und ich föhne meinen Damen die Haare. Auf dem Weg nach Hause bekommt Johanna ein dickes Lob für ihre Kooperation. Sie hat von A bis Z alles alleine gemeistert, ich musste ihr nur die Schuhe zubinden, wirklich eine tolle Leistung.

Freitag 18:30 Uhr
Zuhause angekommen, sehen wir oben Licht in der Wohnung. Die Kinder wissen sofort: Mama ist Zuhause! Nun gibt es kein Halten mehr. Johanna rennt zur Wohnungstür und mobilisiert ihre letzten Kräfte, die drei Stockwerke zu überwinden, um als erste bei Mama zu sein. Ich gebe mit der Sporttasche über der Schulter und Katarina auf dem Arm mein Bestes, muss mich aber mit dem zweiten Platz begnügen. Auch Katarina beginnt schon im ersten Stock, lautstark nach ihrer Mama zu rufen. Oben angekommen, erwartet uns ein leckeres Abendessen: Pizza! Die Augen der Kinder leuchten vor Glück. Meine natürlich auch.

Johanna erzählt von unserem Schwimmbadbesuch, und wie so oft bei ihren Erzählungen habe ich den Eindruck, ganz woanders gewesen zu sein. Katarina turnt und futtert vor sich hin. Um 20:00 Uhr legen wir zwei todmüde Kinder ins Bett.

Inhalt erstellt am 09.12.2006  -  Zuletzt aktualisiert am 09.12.2006

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