Frankfurter Erzieher sind gut motiviert und liegen zahlenmäßig weit über dem Bundesschnitt
Im Vorfeld des 1. Frankfurter Familienkongresses stellte die hessenstiftung – familie hat zukunft die Ergebnisse einer Studie zu männlichern Erziehern in Frankfurter Kindertageseinrichtungen vor. Trotz geringer Bezahlung schöpfen die Erzieher eine starke Motivation aus ihrer Arbeit mit den Kindern. Sie leisten einen Beitrag für die Identitätsfindung und die frühe Bildungskarriere der Kleinen.
Die Pilotstudie beleuchtet die Frage, aus welcher Motivation heraus sich Männer dafür entscheiden, in einer Kindertageseinrichtung zu arbeiten und gibt Auskunft darüber, wie mehr Männer für diesen Beruf gewonnen werden können. Dabei zeigt die Studie, dass Männer, die gegenwärtig in Frankfurter Kindertageseinrichtungen tätig sind, aus der pädagogischen Arbeit mit Kindern ein hohes Maß an Zufriedenheit ziehen. 90 Prozent der Erzieher arbeitet direkt mit Kindern, was mit dem Vorurteil aufräumt, Männer fänden sich wenn dann in den leitenden Funktionen. Eine der Handlungsempfehlungen der Studie ist es, diese Motivation der Arbeit mit Kindern stärker zu kommunizieren und damit auch das Image des Erzieherberufs zu verbessern.
Der prozentuale Anteil der männlichen Beschäftigten in Frankfurter Kindertageseinrichtungen lag im Jahr 2004 bei etwa zehn Prozent. Dieser Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt des Landes Hessen (5,78%) und des Bundes (3,84%). Dennoch wurde ein gravierender Mangel an männlichen Bezugspersonen festgestellt. Dabei spielt für die Entwicklung der kindlichen Geschlechtsidentität und für die weitere Leistungsmotivation sowohl die weibliche als auch die männliche Vorbildfunktion in Form der Erzieherin oder des Erziehers eine wichtige Rolle; sei es zur Identifikation oder zur Abgrenzung.
Von den männlichen Erziehern verfügen 40 Prozent über einen Abschluss einer Fachschule für Erzieher, 20 Prozent über einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss und weitere 8 Prozent über einen sonstigen pädagogischen Abschluss, z.B. als Lehrer. Ca. ein Fünftel der Erzieher sind ohne pädagogischen Abschluss als Seiteneinsteiger in die Einrichtung gekommen. Für weitere Personalgewinnungsstrategien sind gerade diese Gruppen, die nicht über die Fachschulen kommen, eine interessante Zielgruppe, wenn sich auch der höhere akademische Abschluss in der Unzufriedenheit mit der Bezahlung (74% der Befragten) niederschlägt. Das Durchschnittsalter der männlichen Beschäftigten in den Frankfurter Kindertagesstätten liegt bei 36,6 Jahren.
Die Pilotstudie „Motivationslage männlicher Fachkräfte und Evaluierung von Personalgewinnungsmaßnahmen für männliche Fachkräfte im Tätigkeitsbereich von Kindertageseinrichtungen in städtischer und freier Trägerschaft in Frankfurt am Main“ ist als eines von mehreren Gender Mainstreaming Modellprojekten der Stadtverwaltung Frankfurt am Main entstanden. Zugleich ist sie ein Baustein im Förderbereich „Väter in Familie und Beruf“ der hessenstiftung – familie hat zukunft. Die Hessenstiftung, gegründet 2001, befasst sich seit 2004 mit der Frage, wie Kinder mehr erziehende Männer erleben können: aktive Väter in der Familie und motivierte Erzieher in den Kindertageseinrichtungen. Die Studie wurde in enger Abstimmung und Kooperation zwischen dem beauftragten Forschungsteam, dem Stadtschulamt und den Kita-Trägern sowie dem Genderteam des Frauenreferates durchgeführt.
(Quelle: hessenstiftung – familie hat zukunft)
