Ergebnisse der hessischen Schuleingangsuntersuchungen 2006 liegen vor
Rund 62.000 Kinder nahmen im Jahr 2006 an der medizinischen Schuleingangsuntersuchung in den hessischen Gesundheitsämtern teil – und bei jedem 2. Schulanfänger wurde ein Befund dokumentiert. „Am häufigsten traten mit jeweils 15 Prozent Sprachstörungen und mit 14 Prozent Sehstörungen auf“, teilte Sozialministerin Silke Lautenschläger in Wiesbaden mit.
Jungen waren im Jahr 2006 im Vergleich zu Mädchen deutlich häufiger schon vor der Schuleingangsuntersuchung in ärztlicher Behandlung (42 zu 32 Prozent), und bei ihnen wurden auch öfter abklärungsbedürftige Befunde dokumentiert (28 zu 24 Prozent). Im Vergleich zu Mädchen wiesen Jungen beispielsweise 2,6 mal häufiger Koordinationsstörungen (14,1 zu 5,4 Prozent), zweimal häufiger Verhaltensstörungen (7,7 zu 3,8 Prozent) und Asthma (1,9 zu 1 Prozent) auf.
An den Vorsorgeuntersuchungen U2-U9 haben im Jahr 2006 zwei Drittel aller untersuchten Kinder (67 Prozent) vollständig teilgenommen. Seit dem Jahr 1999 steigt dieser Wert in jedem Jahr um durchschnittlich einen Prozentpunkt.
Ministerin Lautenschläger stellte den auch 2006 anhaltenden positiven Trend bei der Durchimpfung der Schulanfänger heraus: „Bei allen geforderten Impfungen sind die im Jahr 2006 untersuchten Kinder besser geschützt als die Schulanfänger der vorangegangenen Jahre“ teilte die Ministerin mit. „Die gemäß den Forderungen der Ständigen Impfkommission höchste Durchimpfungsquote bestand im vergangenen Jahr mit 97,1 Prozent gegen Polio, gefolgt von der Impfung gegen Haemophilus Influenzae Typ B mit 95,2 Prozent“.
Die zweifache Impfung gegen Masern konnten 81,2 Prozent der Kinder vorweisen: dies entspricht einer Steigerung von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei 4,4 Prozent der Kinder war kein Impfschutz gegen Masern dokumentiert. Einen auffälligen Anstieg gibt es beim Impfschutz gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Besonders in den Hochrisikogebieten Südhessens hat sich die Durchimpfungsquote innerhalb weniger Jahre stark vergrößert, hier ist inzwischen schon mehr als die Hälfte der Kinder geimpft.
Daten zu Körpergröße und Gewicht der Hessischen Schulanfänger liegen nunmehr für den fünften Jahrgang der Hessischen Schulanfänger vor. Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) wird anhand der alters- und geschlechtsspezifischen Referenzwerte der „Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter“ definiert. Über dem Grenzwert für Übergewicht lagen 2006 in Hessen 11,1 Prozent der Schulanfänger. Der Anteil übergewichtiger Kinder schwankt seit dem Jahr 2002 um 11 Prozent. Die Gruppe der Übergewichtigen teilt sich im Jahr 2006 auf in 6,4 Prozent einfach übergewichtige und 4,7 Prozent fettleibige (adipöse) Kinder.
Kinder mit Migrationshintergrund sind weiterhin besonders häufig von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Im Vergleich zu Kindern ohne Migrationshintergrund ergab sich 2006 ein um den Faktor 1,5 erhöhtes Risiko für einfaches Übergewicht und ein um den Faktor 1,7 erhöhtes Risiko für Adipositas.
Sozialministerin Silke Lautenschläger wies zudem auf die methodische und inhaltliche Neujustierung der hessischen Schuleingangsuntersuchungen hin: „Seit dem Jahr 2004 beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Gesundheitsämter und des Landes mit der Aktualisierung der Untersuchungsstandards. Als ein Ergebnis werden seit 2006 zentrale Untersuchungsinhalte wie die Körperkoordination, die Visuomotorik oder die Sprachkompetenz durch neue Verfahren untersucht. Diese neuen Testverfahren – wie das Zuordnen von Bildkarten, das Abmalen und Ergänzen vorgegebener Diagramme oder das Nachsprechen von Sätzen und „Phantasiewörtern“ – sind umfangreich wissenschaftlich geprüft und erlauben es, die Leistungen der Kinder anhand von Punkten zu beurteilen“. Im Jahr der Umstellung wurden schon zwei Drittel der Kinder nach der neuen Methodik untersucht. Eine statistische Auswertung wird erstmals für das Jahr 2007 erfolgen.
(Quelle: Hessisches Sozialministerium)
