Landesregierung unterstützt Ausbau der Kinderbetreuung

Betreuungsquote für unter Dreijährige soll in Hessen bis 2010 auf 20 Prozent steigen

„Die Hessische Landesregierung unterstützt nachdrücklich den Vorstoß der Bundesfamilienministerin zum Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige“, erklärte die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger in der aktuellen Stunde des Landtages. „Hessen ist, was den Stand der Kinderbetreuung angeht, im Vergleich zu den westdeutschen Flächenländern hervorragend aufgestellt“, so Lautenschläger weiter. „Die Zukunft des Landes hängt davon ab, dass junge Menschen den Wunsch nach Kindern mit dem Wunsch nach beruflichem Erfolg vereinbaren können. Staat und Gesellschaft sind aufgefordert, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.“

Mit dem BAMBINI-Programm, das von den Kommunen zügig umgesetzt wird, werde Hessen konsequent zum Familienland umgebaut. Für die Hessische Landesregierung sei die Familienpolitik eine strategische Aufgabe ersten Ranges. Nach der Erhöhung der Mittel für Kinderbetreuung in Hessen um 43 Prozent auf 100 Mio. Euro (zwischen 2001 und 2006) werden in diesem Jahr über 200 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die Hälfte dieser Mittel entfallen auf das BAMBINI-Programm.

„Der Ausbau der Plätze für Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und in Kindertagespflege ist unter dieser Landesregierung schon seit vielen Jahren ein zentraler Baustein der hessischen Familienpolitik“, erklärte die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger während der Parlamentsdebatte. „Mit rund 5000 neuen Betreuungsplätzen für unter Dreijährige haben wir bereits 2006 einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht“, so Lautenschläger. Das ist eine Steigerung um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Hessen liegt mit einer Versorgungsquote von 11,54 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer (9,6 Prozent) und damit an der Spitze der westdeutschen Flächenländer“, machte die Sozialministerin deutlich. Im Rahmen des Bambini-Programms fördert das Land Hessen mit 45 Millionen Euro ab 2007 gezielt die Plätze der unter Dreijährigen in altersübergreifenden Einrichtungen. „Mit diesen Mitteln können bis zu 6.000 weitere Plätze für unter Dreijährige finanziert werden“, so die Sozialministerin.

Die Hessische Landesregierung will bis zum Jahr 2010 eine Betreuungsquote von 20 Prozent für unter Dreijährige erreichen. „Das ist für uns nur ein Zwischenziel. Wir werden die Betreuungsplätze auch darüber hinaus konsequent und bedarfsgerecht ausbauen“, sagte Lautenschläger.

Derzeit haben 378 Städte und Gemeinden im Rahmen des BAMBINI-Programms einen Antrag auf Förderung von Kinderkrippen und altersübergreifenden Einrichtungen mit Plätzen für Kinder unter drei Jahren gestellt. „Wenn rund 89 Prozent der Kommunen an dem Projekt teilnehmen, dann ist das eine erfreuliche Entwicklung“, so die Sozialministerin. „Ideologischen Debatten der Vergangenheit“ erteilte Lautenschläger eine klare Absage: „Wahlfreiheit heißt für uns nicht nur die Freiheit der Eltern sich zu entscheiden, ob sie einem Beruf nachgehen, oder sich für zu Hause entscheiden. Wahlfreiheit bedeutet auch die Freiheit zu entscheiden, in welche Einrichtung die Eltern ihr Kind geben wollen.“

Das BAMBINI-Programm ermöglicht daher, eine Tagesmutter mit monatlich bis zu 800 € zu fördern. „Damit setzt die Landesregierung ein deutliches Signal dafür, dass die Tagespflege in Hessen eine gleichberechtigte Säule der Kinderbetreuung ist“, so Lautenschläger abschließend.

(Quelle: Hessisches Sozialministerium)

Inhalt erstellt am 08.05.2007  -  Zuletzt aktualisiert am 08.05.2007

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