Sprachförderung für Migrantenkinder

Sozialministerin Lautenschläger und Gemeinnützige Hertie-Stiftung ziehen positive Bilanz des Kita-Projektes frühstart

„Rund 42 Prozent der Kinder in Hessen haben einen Zuwanderungshintergrund. Das stellt uns vor integrationspolitische Herausforderungen, die wir bewältigen müssen“, erklärte die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger anlässlich der frühstart-Zertifikat-Verleihung an 36 Erzieherinnen und 22 Elternbegleiter in der Hessischen Staatskanzlei.

Frühstart bietet ein Modell für die praktische Umsetzung frühkindlicher Förderung von Migrantenkindern mit dem Ziel, die Grundsteine für eine erfolgreiche schulische Laufbahn dieser Kinder zu legen. Die Kombination der drei Elemente „Sprachförderung“, „interkulturelle Erziehung“ und „Elternarbeit“ seien hier wegweisend.

„Kinder müssen so früh wie möglich sprachlich gefördert werden. frühstart ist ein gutes Beispiel für geglücktes Zusammenspiel von Land, Kommunen und Stiftungen“, machte Lautenschläger deutlich. Das Projekt wurde 2004 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Herbert-Quandt-Stiftung und der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung entwickelt und seither in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Sozialministerium erprobt.

In den drei Städten Frankfurt, Gießen und Wetzlar nahmen 12 Kindertagesstätten mit hohem Zuwandereranteil an frühstart teil. Ca. 250 Kinder wurden gefördert, davon 25 Kinder mit deutscher Erstsprache. 35 Erzieherinnen und Erzieher und 22 Elternbegleiterinnen und –begleiter wurden im Rahmen des Projekts qualifiziert und erhielten im Rahmen einer Feierstunde ihre frühstart-Zertifikate aus den Händen der Hessischen Sozialministerin überreicht.

Das Projekt gliedert sich in drei Bausteine:

Sprachförderung

Erzieherinnen und Erzieher werden durch eine umfangreiche Fortbildung in die Lage versetzt, Kindern mit Migrationshintergrund in Kleingruppen Deutsch zu vermitteln und Sprachförderung zum Gegenstand ihrer täglichen Arbeit zu machen.

Interkulturelle Bildung

Miteinander statt Nebeneinander: frühstart vermittelt Erzieherinnen und Erziehern sowie Eltern und Kindern Kenntnisse über kulturelle Prägung und Wissen über fremde Kulturen sowie mit der Mehrsprachigkeit verbundene Chancen.

Elternarbeit

frühstart bildet muttersprachliche Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter aus. Sie informieren und beraten Eltern mit Migrationshintergrund und ermöglichen ihnen so eine aktive Teilnahme am Bildungsweg ihrer Kinder.

„Die Erfolge des Projektes sind beeindruckend“, so Lautenschläger:

  • Sprachverständnis, Sprachproduktion, Lautbildung und Wortschatz – in nahezu allen Bereichen haben sich die Kenntnisse der deutschen Sprache der frühstart-Kinder im Vergleich zur Ausgangssituation deutlich verbessert. Teilweise haben sie die Vergleichsgruppe mit Kindern deutscher Muttersprache in ihrer Sprachent wicklung überholt.

  • Nach den intensiven Schulungen zu interkulturellen Themen arbeiten die Erzieherinnen und Erzieher kompetenter mit Kindern mit Migrationshintergrund. Auch der Kontakt zu den Eltern hat sich deutlich verbessert.

  • Die Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter haben ebenfalls von den Schulungen sehr profitiert: Ihr Kontakt zu den Eltern hat sich während der Projektlaufzeit deutlich intensiviert. Vielfach ist es ihnen gelungen, die Eltern zur aktiven Beteiligung an der Förderung ihrer Kinder zu motivieren.

„Ich freue mich, dass die Gemeinnützige Hertie Stiftung, die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung zusammen mit der Herbert-Quandt-Stiftung und künftig mit der Gölkel-Stiftung die Ausweitung des Projekts auf 25 weitere Kindertagesstätten ab Sommer 2008 ermöglichen“, erklärte die Ministerin. Sprache ist der Schlüssel zur Bildung und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Ohne hinreichende Deutschkenntnisse kann Integration nicht gelingen. Das Projektes frühstart und alle daran Beteiligten helfen die Weichen richtig zu stellen“, so Lautenschläger abschließend.

(Quelle: Hessisches Sozialministerium)

Inhalt erstellt am 09.11.2007  -  Zuletzt aktualisiert am 09.11.2007

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