Unternehmen sind familienfreundlicher geworden, aber bei der Umsetzung noch nicht konsequent genug
Im November 2008 ist sie an den Start gegangen, jetzt wurde sie abgeschlossen - die bundesweite Online-Umfrage „Firma & Familie“, initiiert von der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), der hessenstiftung - familie hat zukunft und der IGS Organisationsberatung gemeinsam mit den Medienpartnern FRANKFURTER RUNDSCHAU und der Wirtschaftszeitung AKTIV.
Wichtigkeit des Themas erkannt
900 Arbeitnehmer haben anonym an der Umfrage teilgenommen. Ein zentrales Ergebnis lautet: Die Geschäftsführungen haben in vielen Fällen die Wichtigkeit des Themas für die Bindung und Gewinnung von Mitarbeitern erkannt. Aber wer Familienfreundlichkeit im Unternehmen propagiere, sollte darauf achten, dass sie konsequent und auf allen Ebenen umgesetzt wird. Wenn Worten keine Taten folgten, führe das zu Enttäuschung bei den Mitarbeitern. Eine klare Positionierung der Geschäftsleitung zum Thema Familienfreundlichkeit bedeute noch keineswegs, dass Personalabteilungen, direkte Vorgesetzte und Betriebsräte das Thema ebenfalls aufgriffen und konsequent umsetzten.
Verzicht auf Karriereschritt
Über 60 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, dass sie bereits einmal der Familie zuliebe ihre berufliche Situation verändert oder auf einen Karriereschritt verzichtet haben. 45 Prozent haben in den letzten zwei bis drei Jahren vermehrt familienfreundliche Maßnahmen bei ihren Arbeitgebern eingefordert, 96 Prozent bezeichneten das Thema als für sie persönlich relevant.
Höhere Akzeptanz
Weitere wichtige Ergebnisse der Umfrage sind deutliche Fortschritte. Zwei Drittel der Arbeitnehmer bescheinigten ihrem Arbeitgeber, mindestens teilweise bis sehr familienfreundlich zu sein. 33 Prozent sagten, dass in den letzten zwei bis drei Jahren die Akzeptanz für familienfreundliche Maßnahmen gestiegen sei. 34 Prozent gaben an, selbst davon Gebrauch gemacht zu haben.
Klare Positionierung wird vermieden
Überraschend sei, so die Organisatoren der Umfrage, dass Familienfreundlichkeit häufiger durch die Geschäftsleitung als durch die Personalabteilung oder den Betriebsrat thematisiert werde. Nur 28 Prozent der befragten Arbeitnehmer berichten, dass sich der Betriebsrat klar zum Thema Familienfreundlichkeit bekannt habe. Auch die direkten Vorgesetzten meiden eher eine klare Positionierung zugunsten von Familienfreundlichkeit. Nur 40 Prozent der Arbeitnehmer berichten, ihr Vorgesetzter habe dazu Stellung bezogen.
(Quelle: hessenstiftung – familie hat zukunft)
