Statistisches Bundesamt ermittelt Gesamtbedarf von 275.000 zusätzlichen Plätzen für Kinder unter drei Jahren
In Deutschland werden bis zum Jahr 2013 rund 275.000 zusätzliche Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren benötigt, um dann bundesweit eine Betreuungsquote von 35 Prozent in dieser Altersgruppe erreichen zu können. Dies geht aus einer Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor, die auf der Statistik zur Kindertagesbetreuung 2009 und einer Bevölkerungsvorausberechung des Statistischen Bundesamtes beruht.
Die Höhe der Betreuungsquote wurde auf dem „Krippengipfel“ im April 2007 von Bund, Länder, Gemeinden und Wohlfahrtsverbänden vereinbart. Da der Bedarf regional unterschiedlich hoch sein wird, kann es auf regionaler Ebene auch zu deutlichen Abweichungen von der bundesweiten Vorgabe kommen.
Jedes Jahr 69.000 neue Plätze nötig
Unter der Annahme einer annähernd konstanten Geburtenziffer von 1,4 Kindern je Frau werden zum Jahresende 2012 insgesamt 1,98 Millionen Kinder unter drei Jahren in Deutschland leben. Ein Angebot für bundesweit 35 Prozent der Kinder erfordert demnach, rund 692.000 Plätzen vorzuhalten. Am 1. März 2009 wurden bundesweit rund 417.000 Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. In den kommenden Jahren müssen somit durchschnittlich jedes Jahr zusätzliche Betreuungsangebote für rund 69.000 Kinder unter drei Jahren geschaffen werden. Die Zahl der betreuten Kinder in dieser Altersgruppe war im Jahr 2009 um rund 53.000 gegenüber dem Vorjahr angestiegen.
Da es in den ostdeutschen Bundesländern bereits eine überdurchschnittliche Betreuungsquote von 46 Prozent gibt, sind die zusätzlichen Plätze rechnerisch ausschließlich in den westdeutschen Bundesländern zu schaffen. 30 Prozent der neu zu schaffenden Betreuungsangebote sollen in der Kindertagespflege entstehen.
(Quelle: Statistisches Bundesamt)
Hintergrund
Ziel dieser Modellrechung ist es darzustellen, wie hoch der Ausbaubedarf bei der Kindertagesbetreuung von heute aus gesehen ist, um das Ziel einer bundesweiten Betreuungsquote von 35 Prozent für Kinder unter drei Jahren im Jahr 2013 zu erreichen. Nicht berücksichtigt werden können in dieser Modellrechnung mögliche Verhaltensänderungen von Eltern bei der Inanspruchnahme von Betreuungsangeboten in Kindertageseinrichtungen oder bei Tagesmüttern, wenn das im Koalitionsvertrag vom Oktober 2009 vereinbarte Betreuungsgeld ab 2013 eingeführt wird.
