Arbeitende Eltern wünschen sich mehr Zeit für die Familie

Bundesfamilienministerin Schröder stellt Ergebnisse des Monitors Familienleben 2010 vor

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wünschen sich mehr Zeit für ihre Familie. Dies geht aus dem Monitor Familienleben 2010 des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor, den die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder, Ende August gemeinsam mit Allensbach-Geschäftsführerin Dr. Renate Köcher vorgestellt hat. Zentrales Ergebnis der Untersuchung: Auch in Zukunft soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Kernaufgabe der Familienpolitik sein: 69 Prozent der Bevölkerung und 78 Prozent der Eltern sagen, hier sollte der Schwerpunkt liegen (2008: 63 Prozent der Bevölkerung). 

"Wie zufrieden die Familien sind, hängt ganz besonders davon ab, ob sie genügend Zeit mit ihren Kindern und Angehörigen verbringen können. Zeit ist die Leitwährung einer modernen Gesellschaftspolitik", betonte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bei der Präsentation in Berlin. "Mein Ziel ist deshalb, bessere Voraussetzungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Dafür brauchen wir flexiblere Arbeitszeiten und eine Unternehmenskultur, die nach der Qualität geleisteter Arbeit und nicht nach der Präsenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragt."

Initiative für flexible Arbeitszeiten

Um Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu erleichtern, startet das Bundesfamilienministerium im Herbst gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Initiative "Flexible Arbeitszeiten". Ziel: Mehr vollzeitnahe Teilzeitstellen für Mütter und Väter zu schaffen. Denn vor allem Väter würden gerne mehr für ihre Kinder da sein: 60 Prozent der Väter äußern den Wunsch, dafür ihre Arbeitszeit reduzieren zu wollen. Gleichzeitig funktioniert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter in umgekehrter Richtung nur schlecht: Drei Viertel der Befragten mit Kindern unter 18 Jahren würden gerne mehr als 20 Stunden arbeiten, davon 23 Prozent 30 bis 35 Stunden.

Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hat das Institut für Demoskopie Allensbach bereits zum dritten Mal die Entwicklung des Familienlebens in Deutschland repräsentativ untersucht.

Die wichtigsten Ergebnisse des Monitors Familienleben 2010:
  • Die dringlichen politischen Aufgaben werden zwar noch immer von der Wirtschaftskrise bestimmt: Für 62 Prozent hat zum Beispiel die Eindämmung der Staatsverschuldung Vorrang. Die Familie ist für 78 Prozent der Bevölkerung jedoch weiterhin wichtigster Lebensbereich.
  • Familienpolitische Anliegen bleiben für die Mehrheit wichtig: Die Förderung junger Familien (52 Prozent), die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (48 Prozent) und verbesserte Bedingungen für Geburten schaffen (45 Prozent) werden häufiger genannt als etwa die Reform des Gesundheitswesens, die Senkung von Steuern oder der Klimaschutz.
  • 42 Prozent der nichtberufstätigen Mütter berichten von schlechter Vereinbarkeit (34 Prozent der Mütter insgesamt). Sie wünschen sich Ganztagsbetreuung von Kindern (54 Prozent), an die Arbeitszeiten angepasste Betreuungszeiten von Kindergärten und Schulen (56 Prozent) sowie eine stärkere finanzielle Förderung (53 Prozent). 60 Prozent der Väter und 41 Prozent der Mütter möchten ihre Arbeitszeit reduzieren. Drei Viertel der Mütter möchten mehr als 20 Stunden arbeiten (75 Prozent), davon 23 Prozent 30 bis 35 Stunden.
  • 74 Prozent der Bevölkerung bewerten die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf als schlecht. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gilt 87 Prozent der Bevölkerung gilt als wichtige Aufgabe.

(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Inhalt erstellt am 10.09.2010  -  Zuletzt aktualisiert am 10.09.2010

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