Hessen schreibt Aktionsprogramm aus

Wiesbaden. Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen in Hessen stärker als bisher die Angebote der Jugendarbeit nutzen und eigenverantwortlich mitgestalten. Dies ist das Ziel des neuen Aktionsprogramms „Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“, das vom Hessischen Sozialministerium aufgelegt wird.

„Junge Migranten sind in der außerschulischen Jugendarbeit unterrepräsentiert. Es gilt, Ansätze zu entwickeln, wie sie leichter Zugang finden und eingebunden werden können. Dies ist ein wichtiger Ansatz, um das Miteinander schon in jungen Jahren zu fördern und die Integration voran zu bringen“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, heute in Wiesbaden.

Das Programm ist mit einem Volumen von 1,1 Millionen Euro aus Lottomitteln ausgestattet und umfasst den Zeitraum 2012 bis 2014. Es können Projekte gefördert werden, die dazu beitragen, die Zahl von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Angeboten der Jugendarbeit zu erhöhen. Anerkannte freie und öffentliche Träger der Jugendbildung sowie Vereine und Verbände können sich bis 1. September 2011 bewerben.

Die Staatssekretärin forderte insbesondere auch Migrantenvereine und -organisationen zum Ausbau der Angebote der Jugendarbeit für junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf. „Wir suchen nach modellhaften Ansätzen und Beispielen der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ich glaube, dass Hessen mit seinem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund hier ein besonderes Potential besitzt.“

In Hessen leben etwa 1,4 Millionen Personen mit Migrationshintergrund, das sind 23,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bei den unter 18-Jährigen Hessen liegt der Migrantenanteil bei 37,2 Prozent. „Bislang fällt die Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Feld der Jugendarbeit beziehungsweise in der außerschulischen Jugendbildung zu gering aus. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des zunehmenden Anteils junger Menschen mit Migrationshintergrund ist es für die Jugendarbeit perspektivisch von existentieller Bedeutung, hier gezielte Anstrengungen zu unternehmen“, so Petra Müller-Klepper. Darüber hinaus sei die Jugendarbeit ein wichtiger Ort, um Kompetenzen zu erwerben und ein selbstbestimmtes Aufwachsen zu ermöglichen. Diese Chancen müssten auch für Migranten erschlossen werden.

 Mit dem Aktionsprogramm „Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ legt das Hessische Sozialministerium bereits das vierte Förderprogramm zur außerschulischen Jugendbildung für junge Menschen seit 2002 auf. Aus Lottomitteln sind in diese Programme bereits insgesamt 2,3 Millionen Euro geflossen.

Mehr Informationen finden sich auf der Internetseite des Hessischen Sozialministeriums www.sozialministerium.hessen.de  in der Rubrik Familie/Kinder und Jugendliche/Kinder- und Jugendarbeit. Ansprechpartner im Hessischen Sozialministerium sind Ulrich Bachmann, Telefon 0611/817-38 58, ulrich.bachmann@hsm.hessen.de,  und Gerd Reichwein, Telefon 0611/817-32 74, gerd.reichwein@hsm.hessen.de .

(Quelle: Hessisches Sozialministerium)

Inhalt erstellt am 20.04.2011  -  Zuletzt aktualisiert am 20.04.2011

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