Für das Projektjahr 2003-2004 hat die Europäische Kommission unlängst das einjährige DAPHNE-Projekt zur Gewaltintervention im Gesundheitswesen - zum Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt - genehmigt.
DAPHNE-Projekt zur Gewaltintervention im Gesundheitswesen
Projektpartner
- Institut für Rechtsmedizin Universitätsklinikum BORDEAUX (Projektkoordination)
- Institut für Rechtsmedizin Universitätsklinikum EPPENDORF (Projektkoordination für deutschsprachige Projektbeteiligte)
- Institut für Rechtsmedizin Universitätsklinikum Liège
Assoziierte Partner sind
- Hessisches Sozialministerium
- Institut für Rechtsmedizin Universitätsklinikum KÖLN
- Institut für Rechtsmedizin Universitätsklinikum LEIPZIG
- Institut für Rechtsmedizin Universitätsklinikum WIEN
- Institut für Rechtsmedizin Universitätsklinikum TOULOUSE
- Institut de l'Humanitaire (Paris - Koordinierungspartner von zwei Vorgängerprojekten, die Gesundheitsakteuren in anderen klinischen Feldern mit Frauenunterstützungsorganisationen in sieben Mitgliedstaaten vernetzt haben)
Projektbeginn erfolgt am 16.-18.10.03 in Bordeaux.
Dauerhaftes Europäisches Netzwerk
Durch das Projekt soll ein dauerhaftes europäisches Netzwerk zwischen rechtsmedizinischen Instituten und anderen Akteuren des Gesundheitswesens wie auch Unterstützungseinrichtungen für Gewaltbetroffene, insbesondere Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern, entstehen. Dieses Netzwerk - the European Violence Prevention in Health Network – beabsichtigt, eine Art europäischen Aktionsplan für das Gesundheitswesen zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und Kinder zu erarbeiten. Darüber hinaus werden die Institute für Rechtsmedizin erstmalig institutsübergreifend und international eine epidemiologische Datenerhebung zu Gewalt gegen Frauen und Kinder, vornehmlich zu Partnergewalt, durchführen.
Hessischer Projektbeitrag
- Impulsgebung zur Vernetzung zwischen Gesundheitsfeldern und lokalen Schutzorganisationen innerhalb Hessens und für die übrigen Projektbeteiligte;
- Erweiterung des Netzwerks über die ursprüngliche Antragsgruppe hinaus (Vernetzungsinitative HSM bisher: Aktionsbündnis Nordhessen gegen häusliche Gewalt (ein Ende 2002 gegründetes Netzwerk mehrerer Landkreise, Schirmherrschaft Regierungspräsidium Kassel); Rechtsmedizin Giessen; Rechtsmedizin Bologna; Rechtsmedizin Granada und Netzwerk Rechtsmedizin Andalusien/Spanien; WHO; weitere Organisationen in Belgien, Schweden und Großbritannien werden evtl. hinzukommen);
- rechtspolitischer Diskurs zur Verankerung der Gewaltintervention im Gesundheitswesen in den jeweiligen Gesundheitsversorgungssystemen.
Hessen erhofft sich aus der Projektbeteiligung Impulse, die das Bemühen um ein systematisches Gewaltscreening verstärken. Das Gesundheitswesen soll hier zum selbstverständlichen Partner beim Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Kinder werden, so wie es mittlerweile die Polizei und die Justiz geworden sind.
Einbindung der Partnerregionen
Auch hinsichtlich der Förderung der hessischen Beziehungen mit seinen Partnerregionen ist dieses Projekt bemerkenswert. Es ist gelungen, die drei Partnerregionen Aquitaine, Emilia Romagna und Hessen in diesem Projekt zusammenzubringen. Eine Vertiefung der kommunalen Partnerschaft zwischen Landkreis Kassel und der Provinz Forlì-Cesena (in der Emilia R.) ist im Gespräch. Auch WISCONSIN ist über dieses Projekt informiert und sucht jetzt nach Möglichkeiten, sich in den Dialog einzubringen.
