Gewaltprävention im Gesundheitswesen

Gewaltfolgen erkennen und gesundheitliche Vorsorge verbessern

Die Gesundheitsversorgung ist ein integraler Bestandteil der Prävention und des Schutzes vor interpersoneller Gewalt. Das Hessische Netzwerk Gewaltprävention im Gesundheitswesen  wurde 1999 gegründet, um die Gesundheitsberufe zu unterstützen.

 

 Junge und Mädchen mit Sonnenhüten am Strand

 

Aufbau einer Schutzambulanz – Kompetenzzentrum für Gewaltbetroffene

Seit 2010 steht das Modellvorhaben Schutzambulanz Fulda  im Zentrum Vital, Gerloser Weg 20 in Fulda Menschen aller Altersgruppen und aus allen Gewaltrisikogruppen als Kompetenzzentrum für die gerichtsverwertbare Dokumentation von Verletzungsfolgen zur Seite. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin am Justus-Liebig-Universität Gießen und in Kooperation mit Kliniken, niedergelassenen Praxen und Beratungseinrichtungen erfolgt die Unterstützung Hand-in-Hand. Die Schutzambulanz Fulda steht auch angrenzenden Landkreisen zur Verfügung und stärkt zunehmend den überregionalen Wissenstransfer Hessenweit.

 

Anleitungen für die ärztliche Praxis

Um bessere Ergebnisse bei der Attestierung von Gewaltfolgen zu erzielen, wurden bisher vier Anleitungen veröffentlicht. Hier wirken Expertinnen und Experten aus Hilfeeinrichtungen, psychotherapeutischer Praxis, Chirurgie und Allgemeinmedizin, Rechtsmedizin, der zahnärztlichen Versorgung, Gesundheitsämtern, der Fachanwaltschaft sowie der Sozial- und Gesundheitspolitik mit. Die Dokumentationsbögen bauen auf wissenschaftlich evaluierten Vorbildern auf und werden kontinuierlich überprüft; 2010 konnte die neueste Anleitung für die Zahnmedizin klinisch erprobt und formell validiert werden. Begleitmaterial bietet weitere Orientierung für die Klinikerinnen und Kliniker wie für die Patientinnen und Patienten.

Neben der juristisch und kriminalistisch verwertbaren Befunderhebung und Spurensicherung steht auch die interdisziplinäre Kooperation mit lokalen Hilfseinrichtungen im Mittelpunkt. Sie entsprechen den juristischen Anforderungen, ohne die Verletzbarkeit der Betroffenen außer Acht zu lassen.

 

Dokumentationsbogen I - bei häuslicher Gewalt nach körperlicher Misshandlung in der Partnerschaft

 

Dokumentationsbogen II - bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt gegen Erwachsene (2007)

 

Gewalt gegen Kinder: Handlungshilfen für Arztpraxen in Hessen (überarbeitete Zweitauflage 2008)

 

Dokumentationsbogen IV –  zahnmedizinische Versorgung

Zahnmedizinische Befunddokumentation zur Erfassung häuslicher Gewalt, wie beispielwsweise die DENT-DOC-CARD, die auf einem handlichen Format den Zahnärztinnen und Zahnärzten einen kurzen Überblick über das Vorgehen beim Erkennen, Ansprechen und Dokumentieren von häuslicher Gewalt gibt und das Ablaufschema zur Vorgehensweise beim Erkennen und Dokumentieren häuslicher Gewalt (Flussdiagramm) finden Sie unter Häusliche Gewalt erkennen durch Zahnärzte - Handlungsempfehlung und Materialien für die Zahnarztpraxis.

 

Ziel dieser Orientierungshilfen ist es, Kompetenz in der Gesundheitsversorgung auszubauen. Zudem gilt es, den gesellschaftlichen Dialog über den Schutz vor Gewalt und den unmittelbaren einfühlsamen Umgang mit ihren Opfern voranzubringen.

Inhalt erstellt am 17.12.2004  -  Zuletzt aktualisiert am 10.10.2014

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