Knapp und begehrt: Ferienjobs

Junge Frau in Lagerhalle

Antons Vater gerät ins Schwärmen, wenn er an seine Schülerjobs zurückdenkt: Woche für Woche hat er die Ferien in einer staubigen Lagerhalle verbracht, um das Geld für seine erste Gitarre zu verdienen. Auch Anton hat Wünsche, die er mit seinem Taschengeld allein nicht finanzieren kann. Über die romantischen Erinnerungen seines Vaters kann er allerdings nur noch müde lächeln. Denn die Job-Angebote für Schüler sind rar geworden.

In der Online-Jobbörse der Agentur für Arbeit kann man zwar direkt nach Ferienjobs suchen. Das Ergebnis ist jedoch ernüchternd: die angebotenen Stellen richten sich ausschließlich an Studenten. Auch die Suche in speziellen Schülerjob-Börsen ist nicht allzu ergiebig. So enthält das Webangebot schuelerjobs.de Mitte Juni hessenweit gerade einmal knapp 20 Inserate. Wer als Prospektverteiler oder Zeitungsbote arbeiten möchte, findet auf diesem Weg vielleicht noch kurzfristig einen Job. Ansonsten stammen die meisten Annoncen von Fundraising-Agenturen, die einen „unvergesslichen, ultimativen und spannenden Sommerjob“ versprechen. Tatsächlich geht es um fünf Wochen Promotionstätigkeit in den Fußgängerzonen deutscher Großstädte.

Richtig dubios wird es, wenn – wie in einem Fall - Jugendliche gesucht werden, die eine Schönheits-Operation durchführen wollen und sich dabei medial begleiten lassen möchten. Als Honorar winkt ein Rabatt bei den OP-Kosten. Von solchen „Ferienjobs“ sollte man die Finger lassen. Generell empfiehlt es sich, das Angebot und den potenziellen Arbeitgeber genau unter die Lupe zu nehmen und im Zweifelsfall bei der Verbraucherzentrale nachfragen.

Eigenständige Suche

Wie steht es mit Jobben im Ausland? Die Verbindung von Urlaub und Geldverdienen ist für viele eine reizvolle Kombination. Um diesem Ziel näher zu kommen, kann man sich an die Auslandsvermittlung der Agentur für Arbeit wenden – sie informiert und berät auch im Bereich der Saison- und Sommerjobs. Ihr Webangebot enthält Partnerprogramme und spezielle Länderseiten, mit denen die eigenständige Suche erleichtert werden soll.

Und wenn das alles nicht zum Erfolg führt, sollte man den Computer einfach mal ausschalten und direkt bei den Unternehmen vor Ort nachfragen. Der Gang zum Supermarkt an der Ecke kann sich durchaus lohnen. Auch Fabriken suchen in der Urlaubszeit nach Aushilfskräften für Lager und Produktion. Bei der Suche nach geeigneten Arbeitgebern sollten die Jugendlichen jedoch eins bedenken: die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendarbeitsschutz müssen bei der Wahl eines Ferienjobs beachtet werden.

Nicht alle Jobs sind erlaubt

Wie Gerd Krämer, Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, erläutert, dürfen Jugendliche nur solche Arbeiten ausführen, von denen keine gesundheitlichen Gefahren ausgehen und die ihr Leistungsvermögen nicht übersteigen. „Außerdem“, so Krämer, „sind Schülerjobs unzulässig, wenn Jugendliche sittlichen Gefahren ausgesetzt sind oder mit Arbeiten beschäftigt werden, bei denen sie aufgrund schädlicher Einwirkungen durch Lärm, Erschütterungen, Strahlen, Gefahrstoffen und Krankheitserregern gefährdet sind.“

Nicht erlaubt sind beispielsweise Akkordarbeit, das Heben und Tragen schwerer Lasten, Gerüst- und Abbrucharbeiten oder die Arbeit an Sägemaschinen und Schmelzöfen.

Urlaub statt Arbeit?

Wenn es mit dem Ferienjob nicht geklappt hat: im FamilienAtlas gibt es jede Menge Tipps für einen günstigen Familienurlaub.

 

Inhalt erstellt am 17.06.2008  -  Zuletzt aktualisiert am 02.02.2012

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