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Kind mit Pusteblume

FamilienMagazin

08.
Februar
2016

Voten für Väter App

08. Februar 2016

Finalist der Google Impact Challenge ruft zur Abstimmung zugunsten einer digitalen Unterstützung von Väterarbeit, Väterbildung und Väterberatung auf. Die hessenstiftung – familie hat zukunft hat es mit einer Projektidee zur Familienbildung unter die Finalisten der Google Impact Challenge geschafft. Jetzt können sich alle am Voting beteiligen, um die 100 Projekte auszuwählen, die je 10.000,- € erhalten. Die Stiftung will die Mittel für die Entwicklung einer Web-App zur Väterbildung und Väterberatung einsetzen. Damit erhalten Anbieter von Angeboten zu Väterbildung und Väterberatung eine Verbundlösung für die gezielte Bewerbung. Zwar wird für (werdende) Väter mit Kindern im Alter von 0-18 Jahren in Hessen bereits eine Menge getan, damit sie die eigene Kompetenz erweitern können, doch stellt das passgenaue Finden noch viele vor Probleme. Über die vorhandene Vielzahl an Programmheften unterschiedlicher Träger der Familienbildung hinaus bietet die Web-App eine orts- und zielgruppenspezifische Bündelung und Auswahl der Angebote zur Väterbildung und Väterberatung.

Zu den Zielen der Web-App sagte der Geschäftsführer der hessenstiftung – familie hat zukunft Dr. Ulrich Kuther : „Wir wollen erreichen, dass in drei Jahren insgesamt mehr Männer die für sie passenden Väterkurse und Väterberatungen finden, besuchen und bewerten. Damit können im Laufe von drei Jahren die hessischenTräger und Anbieter von Väterkursen und Väterberatungen ihre Angebote besser an die Bedarfe der Väter anpassen und höhere Buchungszahlen ihrer Kurse und Beratungen mit geringerer Ausfallquote erreichen.“

Eine Abstimmung ist vom 8. bis 24. Februar über den Link https://goo.gl/lJ9D5w möglich.

Interview mit Dr. Ulrich Kuther

Welches Problem soll durch die Web-App der Hessenstiftungvorgeschlagene Projekt gelöst werden?

Kuther: Trotz vieler Erkenntnis zur Bedeutung der Einbindung von Vätern zielen Programme für Eltern in der Regel allein auf Mütter. Der Verzicht auf die Arbeit mit Vätern in Bildung und Beratung ist gleichbedeutend mit dem Verzicht auf einen wichtigen Präventionsansatz für die Kinder. Teurer ist es immer, später die Schäden reparieren zu müssen, als früh deren Auftreten verhindert zu haben. Männer sind als Zielgruppe allerdings nicht leicht, weil sie nach ihrem Selbstkonzept Probleme selbst lösen. Der wichtigste Teil der Arbeit mit Vätern besteht schon darin, richtige Zugänge zu Ihnen bei den geeigneten Anlässen zu entwickeln.

Warum halten Sie gerade Väterbildung für so wichtig?

Kuther: Ein kompetenter, also guter Vater lebt seine Väterlichkeit und wendet sich seinen Kindern zu. Väterbildung, Väterarbeit und Väterberatung machen ja nichts anderes, als auf unterschiedliche Weise diese Kompetenz aus den Männern herauszulocken. Ein den Kindern zugewandter Vater „impft“ seine Kinder langfristig. Die positiven Auswirkungen liegen in der emotionalen und sozialen Entwicklung des Kindes, betreffen Beziehungen zu Gleichaltrigen ebenso wie weitere sexuelle Orientierung und Partnerschaften. Die präventiven Wirkungen schützen vor Substanzmissbrauch und Kriminalität und berühren seine schulische und damit die spätere berufliche Karriere. Damit sind alle zentralen und nachhaltigenStartbedingungen für Wohlbefinden und Wohlstand betroffen.

Welche Auswirkungen sind von diesem Projekt im Umsetzungsfall zu erwarten?

Kuther: Männer als Internet-affine Zielgruppe werden mit unserer Web-App passgenau angesprochen und können damit den Zugang zu Angeboten erhalten, die ihrer Kompetenzerweiterung dienen und sie bestärkt, zugewandte Väter zu sein. In Hessen werden jährlich rund 50.000 Männer Väter. Wir wollen erreichen, dass in drei Jahren insgesamt mehr Männer die für sie passenden Väterkurse undVäterberatungen finden, besuchen und bewerten. Damit können im Laufe von drei Jahren die hessischen Träger und Anbieter von Väterkursen und Väterberatungen ihre Angebote besser an die Bedarfe der Väter anpassen und höhere Buchungszahlen ihrer Kurse und Beratungen mit geringerer Ausfallquote erreichen.

Inwiefern kann der Einsatz digitaler Technologien bei der Bildung helfen?

Kuther: Väterlicher Kompetenz lässt sich nicht digital fördern. Sie wächst in der achtsamen Begegnung mit Kindern und Kursen, die diese Begegnung intelligent fördern. Unsere Web-App dient der Bewerbung solcher gut gemachter Kurse. Sie wird als hybride App plattformübergreifend programmiert. Sie wird Schnittstellen zur Daten Übernahme aus anderen Websites enthalten sowie die Möglichkeit zur Eingabe spezifischer Bedarfe und der Bewertung besuchter Angebote.

Was wünschen Sie sich für das Web-App Projekt?

Kuther: Als erstes ganz viele Abstimmungen für unser Projekt bis zum 24. Februar. Nach erfolgreichem Start würde ich mich freuen, wenn unserer Web-App in Hessen als exemplarisches Modell auf andere Bundesländer übertragen werden kann.

 

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