Listen
Familie spaziert durch den Wald

FamilienMagazin

08.
November
2011

Der Wiedereinstieg, der ein Neuanfang war

08. November 2011

Ich bin die geborene Dienstleisterin, das war mir schon sehr früh bewusst. Darum habe ich nach der Schule eine Ausbildung als Hotelfachfrau gemacht und dann auch einige Jahre in dem Beruf gearbeitet. Nach ein paar Jahren in der Hotellerie hatte ich keine Möglichkeit mehr, mit meinen Qualifikationen aufzusteigen, und wechselte meinen Job.

Ich fand eine Beschäftigung als Sekretärin bei einer großen Firma. Mit Kunden hatte ich weniger zu tun, dafür aber jede Menge netter Kolleginnen und Kollegen. Als ich mit Anfang 30 schwanger wurde, war mir klar: Ich möchte die ersten Jahre für mein Kind da sein und die Elternzeit voll nutzen. Für meinen Chef war das kein Thema – einer der Vorteile, wenn man in einer großen Firma arbeitet. Aus den geplanten 3 Jahren wurden dann fast 5, weil sich irgendwann ein zweites Kind zu unserer kleinen Familie gesellte.

Es war ziemlich schwierig, nach so langer Abwesenheit wieder in den Beruf einzusteigen. Ich hatte zwar für meine beiden Kinder einen Ganztagsplatz in einer Kita in der Nähe unserer Wohnung bekommen, musste dafür aber unglaublich viel organisieren. Das war schon unter normalen Umständen ziemlich schwierig, vor allem, als unser größeres Kind dann in die Schule kam. Richtig stressig wurde es aber, wenn eines der Kinder krank war.

Irgendwann hat mein Mann gesagt, dass das so nicht mehr weitergehen könne. Lieber wolle er weniger Geld in der Haushaltskasse haben, als eine gestresste Frau. Weil ich aber nicht nur zu Hause rumsitzen wollte – die Kinder hatten es sich schließlich wunderbar in ihrer eigenen Welt mit Schule und Hort eingerichtet – habe ich überlegt, wozu ich wirklich Lust hätte. Als ich beim Studieren der Zeitung auf eine Stellenanzeige stieß, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein neues Fitness-Studio gesucht wurden, hat es bei mir Klick gemacht. Sport habe ich schon immer geliebt, und jetzt bot sich die Chance, mein Hobby zum Beruf zu machen. Diesen Job habe ich dann tatsächlich auch bekommen. Dass ich erst mal eine ganze Reihe von Schulungen machen musste, versteht sich von selbst. Aber die Mühe hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt: Ich habe endlich das Gefühl, dass ich als Fitness-Trainerin nicht nur einen neuen Beruf, sondern eine echte Berufung gefunden habe.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Stylesheet ändern

Mit dieser Funktion werden die Kontraste der Schriften auf einen Wert 5:1 erhöht. Sollte Ihnen das nicht ausreichen, benutzen Sie bitte die Einstellmöglichkeiten Ihres Computers.

Hilfe hierzu finden Sie auf einfachsurfen.sozialnetz-service.de