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FamilienMagazin

14.
November
2014

Zuwanderung belebt Betriebe - Kongress zu Familienbewusstsein und Willkommenskultur in der IHK Wiesbaden

14. November 2014

Bensheim, Wiesbaden.14.11.2014 - Die richtige Einbindung der Familie ist ebenso ein Erfolgskriterium für gelungene Integration wie der passende Job. Für zugewanderte Arbeitnehmer zeichnet sich die Attraktivität eines Unternehmens durch seine Willkommenskultur und Familienorientierung aus. Der Kongress »Familienbewusstsein und Willkommenskultur« zeigte anhand konkreter Praxisbeispiele Wege auf, wie auch kleine und mittelständische Betriebe sich mit einer familien- und zuwanderungsorientierten Personalpolitik für den demografischen Wandel rüsten können.

Etwa 110 Teilnehmer folgten am Freitag (14.11.2014) der Einladung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, der „hessenstiftung – familie hat zukunft“ und der Industrie- und Handelskammer Wiesbaden in die IHK Wiesbaden. In einer von Sofie Geisel vom Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ moderierten Begrüßungsrunde erläuterten die Veranstalter die Ziele der Tagung.

„Als Antwort auf den steigenden Fachkräftebedarf setzen Betriebe heute auch immer häufiger auf die Zuwanderer. Sie sind die Zukunft unseres Landes und der hessischen Wirtschaft. Die kommenden Generationen an Arbeitskräften sind keine homogene Gruppe, sondern vielfältig mit unterschiedlichen familiären Hintergründen, persönlichen Lebenssituationen und Fähigkeiten. Diese Vielfalt bedeutet ein großes Potential an Talenten, Kreativität und Innovation für unsere Gesellschaft und die Wirtschaft. Deswegen fördern und entwickeln wir eine Willkommenskultur in Hessen, um den Menschen zu zeigen, dass sie in unserer Mitte mit ihren Familien willkommen sind“, sagte der Staatssekretär und Bevollmächtigte für Antidiskriminierung und Integration, Jo Dreiseitel.

Tatjana Trömner-Gelbe, Vizepräsidentin der IHK Wiesbaden, betonte: „Unterschiedliche Nationalitäten und unterschiedliche familiäre Lebensentwürfe stellen die Personal- und die Sozialpolitik vor große Herausforderungen. Ich bin überzeugt, dass Unternehmen und Kommunen, die auf Vielfalt und auf eine Willkommenskultur für Familien und Einwanderer setzen, langfristig die Nase vorn haben werden. Diese Wettbewerbsvorteile sollten wir heben!“.

Für die „hessenstiftung - familie hat zukunft“ sagte ihr Geschäftsführer Ulrich Kuther: „Wir erleben bei den Zuwandernden einen hohen Familiensinn. Diese Zukunftsfähigkeit, die Familie mit sich bringt, belebt unsere Gesellschaft und fordert dazu auf, gewohnte Denkmuster zu verlassen, ob in Behörden, in Betrieben oder in der alltäglichen Nachbarschaft.“

Franziska Woellert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hielt den Eröffnungsvortrag zur Familien- und Arbeitswirklichkeit von Migranten. Mit regionalen Zahlen aus dem Hessischen Integrationsmonitor ergänzte Ingrid Wilkens aus dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. So resultiert etwa das moderate hessische Bevölkerungswachstum allein aus Zuwanderung. Zwei Drittel der Neuzuwanderer stammen aus EU-Staaten, die meisten aus Polen, Rumänien und Bulgarien. Die meisten kommen zum Zweck der Erwerbstätigkeit und aus familiären Gründen nach Hessen. Am schnellsten in den Job finden männliche Zuwanderer aus EU-Staaten. Am seltensten berufstätig sind Migrantinnen aus nicht EU-Ländern.

Der Kongress wurde veranstaltet vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, der Hessenstiftung „Familie hat Zukunft“ und der IHK Wiesbaden in Kooperation mit dem Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ und dem RKW Hessen. Mit der Kongressreihe „Dialog Beruf & Familie in Hessen“ wollen die Veranstalter deutlich machen, dass Familienpolitik im Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Ebenen entscheidend zum Standortvorteil einer Region beiträgt.

Hintergrund

Mit der Kongressreihe »Dialog Beruf & Familie in Hessen« wollen das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und die „hessenstiftung – familie hat zukunft“ seit zehn Jahren mit verschiedenen Partnern deutlich machen, dass Familienpolitik im Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Ebenen entscheidend zum Standortvorteil einer Region beiträgt. Die Kongressreihe »Dialog Beruf & Familie in Hessen« wurde 2004 gestartet und zu folgenden Fokusthemen durchgeführt:

  • Ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen! (3. Dezember 2004)
  • Hochschulen zeigen Profil! (1. Juli 2005)
  • Väter werden aktiv! (16. März 2006)
  • Kinder bilden - Zukunft schaffen! (6. November 2006)
  • Beruf und Pflege (04. September 2008)
  • Familienunterstützende Dienstleistungen (12. Oktober 2010)
  • Berufliche Potentiale von Alltags- und Familienkompetenzen (26. Oktober 2011)
  • Zukunft der Arbeits(zeit)gestaltung: zwischen Fachkräftebedarf und Familienorientierung (13. Mai 2013)
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