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Frau steigt Treppe
16.
Februar
2016

Gleiche Bezahlung für alle, was sonst?

16. Februar 2016

Mit dem „Equal Pay Day“ wird jährlich auf die nach wie vor bestehenden Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht. Für die Hessische Landesregierung ist die Bekämpfung der Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen ein Schwerpunkt im Rahmen ihrer Aktivitäten, Frauen bessere Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern sei diskriminierend und müsse beseitigt werden, betont der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner. Nach wie vor betrage der geschlechtsspezifische Lohnunterschied in Deutschland 22 Prozent, Deutschland bilde damit eines der Schlusslichter im europäischen Vergleich. 

Arbeitsminister Stefan Grüttner bezeichnet die Aufgabe als „große Herausforderung“, die auf der Agenda und auch im Koalitionsvertrag in Hessen weit oben stehe. Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben ist nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft. Es wird umfassend in die Bildung und Ausbildung von Frauen investiert, anschließend dieses Potenzial aber nicht ausreichend genutzt.

Ein wichtiges Instrument ist in Hessen die Arbeitsgemeinschaft Trialog, die sich mit der Qualifikation von Frauen, Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder dem Wiedereinstieg nach Berufspausen befasst.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Trialog Chancengleichheit Hessen sind die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in den Arbeitsagenturen und Jobcentern, die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sowie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration.

Gemeinsam schauen sie über den „Tellerrand“ ihrer jeweiligen Wirkungskreise hinaus und arbeiten an den vielfältigen Ursachen der Entgeltungleichheit, um neue Wege für die Existenzsicherung von Frauen zu finden.

Besonders beim Thema Arbeitsmarkt wird sichtbar, wie wichtig diese Vernetzung auf den verschiedenen Ebenen und über sie hinweg ist. 

Initiiert wird der Aktionstag in Deutschland durch den Verein Business and Professional Women Germany (BPW Germany). Das Bundesministerium für Familie, Frauen, Jugend und Senioren fördert die Kampagne. Ursprünglich stammt die Idee zum „Equal Pay Day“ aus den USA. Der dortige BPW startete 1988 mit der „Red Purse Campaign“ – die rote Geldbörse verstand man als Sinnbild für das Minus beim Verdienst der Frauen.

Seit 2009 gibt es den Aktionstag in Deutschland, unterstützt von zahlreichen Verbänden und Institutionen. Allein 2015 fanden rund 1000 Aktionen statt. Beliebtes Symbol ist nach wie vor die „rote Tasche“.

Was ist meine Arbeit wert?

Das Schwerpunktthema 2016 lautet „Berufe mit Zukunft“. Ziel ist es, mögliche Lösungen und positive Konsequenzen der Entgeltgleichheit für Unternehmen und Beschäftigte aufzuzeigen. Dabei dreht sich alles um die Frage: Was ist meine Arbeit wert? Der „Equal Pay Day“ soll sensibel machen dafür, wie wichtig Berufswahl und weitere Entscheidungen der Karriereplanung sind.

Einer der Gründe für die Ungleichheit beim Verdienst ist, dass Frauen häufiger als Männer im Bereich Erziehung und Pflege arbeiten. Diese Jobs sind in der Regel vergleichsweise schlecht bezahlt, obwohl sie sehr zukunftsorientiert sind. Henrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany, spricht sich für eine bessere Honorierung dieser Berufe aus.

Zudem solle die Berufswahl im sozialen wie technisch-naturwissenschaftlichen Bereich frei von Rollenbildern oder Barrieren bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere erfolgen. So ließe sich die Lohnlücke schließen und gleichzeitig sichere man eine zukunftsfähige Wirtschaft unseres Landes.

Häufigere und längere Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Kindererziehung und Pflege von Angehörigen sind ein weiterer Grund für die Ungleichheit beim Verdienst. Über Dreiviertel der pflegebedürftigen Menschen in Hessen wird Zuhause nahezu ausschließlich von Angehörigen gepflegt.

Es ist das Ziel der Hessischen Landesregierung, für das Thema Pflege zu sensibilisieren und Lösungen zu finden, die pflegenden Mitarbeitern und Arbeitgebern gleichermaßen gerecht werden. 

Mit der hessischen Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“ hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration mit weiteren Partnern 2013 eine Charta ins Leben gerufen, die bereits 86 Unternehmen unterzeichnet haben.

Mit dem Beitritt der Hessischen Ministerien und des Hessischen Landtags erhöht sich die Zahl auf 95 Mitglieder, die sich mit der Unterzeichnung der Charta im Sinne einer freiwilligen Selbstverpflichtung dazu bekennen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu unterstützen.

Rund um den Equal Pay Day am 19. März ist eine große Zahl an Aktionen geplant. Auf einer interaktiven Aktionslandkarte kann man sich auf der Website des „Equal Pay Day“ informieren. Schwerpunktpartner dieses Jahr sind die Stadtreinigung Hamburg und die Bundeszentrale für politische Bildung.

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