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Frühe Hilfen für Eltern

FamilienMagazin

Frühe Hilfen für Eltern
24.
Juli
2017

Frühe Hilfe bringt Kindern und Eltern mehr

24. Juli 2017

So früh wie möglich helfen, damit es Kindern besser geht. Das ist das Prinzip der Frühen Hilfen. Was versteht man genau darunter? Und wie profitieren Kinder und Eltern in Hessen von diesem Angebot?

Ihr erstes Kind, bald ist es da. Lena freut sich so darauf. Sie wird eine gute Mutter sein, das weiß sie. Und Micha ein guter Vater. Nur manchmal kommen ihr Zweifel. Werden sie das wirklich alles packen? Die Wohnung ist nicht groß. Das Geld ist jetzt schon knapp. Kinder aufziehen ist aber „ein teurer Spaß“, wie ihre Mutter immer sagt. Was, wenn die Kleine zu oft schreit oder krank wird? Es gibt gute Hilfsangebote in ihrer Stadt, das weiß sie mittlerweile. „Frühe Hilfen, kann ich nur empfehlen“, sagte die Frau bei der Schwangerschaftsberatung und drückte ihr eine Broschüre in die Hand. Vielleicht ruft sie dort einmal an und lässt sich beraten. Aber jetzt muss sie erstmal einen Kinderwagen aussuchen. 

Frühe Hilfen sind Hilfsangebote, die es überall in Deutschland für Kinder und Eltern gibt. Ab Beginn der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes können Mütter und Väter die Frühen Hilfen in Anspruch nehmen. Zum einen geht es um praktische Unterstützung im Alltag, zum anderen um die Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz. Ziel ist es, Risiken für das Kindeswohl zu senken und dem Kind die besten Entwicklungschancen zu sichern.

Belastete Familien gezielt unterstützen

Wo liegt der Unterschied zur Frühförderung? Die Frühförderung richtet sich an Kinder, die in ihrer Entwicklung eingeschränkt oder gefährdet sind, aufgrund von biologischen Schädigungen oder psychosozialen Risiken. Frühe Hilfen richten sich grundsätzlich an alle Kinder im oben genannten Alter und deren Mütter und Väter. Der Fokus vieler Maßnahmen liegt aber auf der Unterstützung psychosozial belasteter Familien. Dementsprechend gliedert sich das Angebot der Frühen Hilfen in diese zwei Bereiche:

– Allgemeine Angebote der Gesundheitsförderung. Hierzu zählen Gesundheitskampagnen und Informationsmaterialien ebenso wie Elternkurse, zum Beispiel „Das Baby verstehen“.

– Gezielte Angebote für Familien, die durch eine schwierige Familienverhältnisse, soziale Benachteiligung oder eine gesundheitliche Einschränkung des Kindes belastet sind.

„Keiner fällt durchs Netz“ ist ein gutes Beispiel für ein Präventionsprogramm, das im Rahmen der Frühen Hilfen angeboten wird. Es sucht den Zugang zu belasteten Familien und unterstützt sie in ihrem Alltag. Speziell ausgebildete Helferinnen, Familienhebammen und Pflegerinnen greifen den Familien unter die Arme. Die Hilfe konzentriert sich auf das erste Lebensjahr des Kindes. In Hessen, im Saarland und in Baden-Württemberg ist „Keiner fällt durchs Netz“ aktiv.

Vernetzte Hilfe in ganz Hessen

Hinter den Frühen Hilfen steht ein großes Netzwerk aus verschiedenen Institutionen und Organisationen, deren Angebote von der Schwangerschaftsberatung über Frühförderung bis zur Kinder- und Jugendhilfe reichen. Vernetzung und Kooperation sind der zentrale Gedanke der Frühen Hilfen. In Hessen zum Beispiel ist die zentrale Koordinierungsstelle im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration angesiedelt. Darüber hinaus gibt es in allen 33 hessischen Kommunen und Kreisen eine Koordinierungsstelle.

Auch eine Qualifizierung zur Familienhebamme bzw. Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in bietet das Land Hessen an. Bei einer Familienhebamme handelt es sich um eine staatlich examinierte Hebamme mit Zusatzqualifikation, die Eltern und Familien in belastenden Lebenssituationen unterstützt. Ansprechpartner für Interessierte ist die jeweils zuständige Koordinierungsstelle.

Jetzt informieren und beraten lassen

"Frühe Hilfen sind ein wichtiger Schlüssel, um die Chancen von Eltern und Kindern auf ein selbstbestimmtes Leben zu verbessern, insbesondere wenn sie in einer belastenden Lebenslage sind“, so der hessische Sozialminister Stefan Grüttner. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration informiert unter anderem mit einer Broschüre über Frühe Hilfen in Hessen. Wer mehr über das Angebot vor Ort erfahren will oder direkt Hilfe braucht, wendet sich an das örtliche Jugendamt.

Bildnachweis: BlueOrange Studio/shutterstock.com

 

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