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Kinderbetreuung nach der Elternzeit

FamilienMagazin

Kinderbetreuung nach der Elternzeit
21.
August
2018

Elternzeit bald um? So geht’s weiter!

21. August 2018

Drei Jahre Elternzeit. Die gehen ja schneller herum als man denkt. Annika hat jetzt die Hälfte um, eineinhalb Jahre liegen also noch vor ihr. Dass mit dem Job hat sie schon geklärt. Sie wird am Anfang 20 Stunden pro Woche arbeiten, später dann wieder Vollzeit. Vorausgesetzt natürlich, mit der Kinderbetreuung klappt alles. Momentan kann sie sich rund um die Uhr um ihren Jonah kümmern. Aber wie wird es nach der Elternzeit weitergehen? Sie hat sich gut informiert, Freunde gefragt und viel im Web nach Infos gesucht. Hier sind ein paar Ergebnisse ihrer Recherche:

Kindergarten: jetzt sogar beitragsfrei! 

Das ist natürlich die naheliegendste Möglichkeit für eine gute Kinderbetreuung tagsüber. In den ersten drei Lebensjahren hat jedes Kinder das Recht auf einen Betreuungsplatz. Für hessische Eltern, deren Kinder das dritte Lebensjahr vollendet haben, gibt es jetzt eine weitere gute Nachricht: Bis zum Schuleintritt müssen sie für ihr Kind keine Beiträge mehr zahlen, sofern die tägliche Betreuungszeit sechs Stunden nicht überschreitet und die Kommune den Antrag auf Landesförderung gestellt hat. Die neue Regelung gilt seit August 2018.

Besonders familiennah: die Kindertagespflege

Kinder bis 3 Jahren kann man durch eine Tagesmutter oder Tagesvater betreuen lassen. Dies ist für Annika keine Option, sie betreut ihren Sohn die ersten drei Jahre selbst. Aber Eltern in ihrem Freundeskreis, deren Elternzeit kürzer ist, nutzen dieses Angebot für ihre Kinder. Die Betreuung findet meist im Haushalt der Tagespflegeperson statt, kann aber auch im Haushalt der Eltern des Kindes oder in anderen geeigneten Räumen erfolgen. Früher war die Kindertagespflege überwiegend privat organisiert. Mittlerweile hat sie sich in ein öffentlichen Betreuungsangebot verwandelt.

Bildung von Anfang an: In Hessen gibt es einen Plan dafür

Bereits seit 2008 fördert das Land Hessen die Bildung und Erziehung von Kindern von 0 bis 10 Jahren ganz gezielt: mit dem Bildungs- und Erziehungsplan, an dessen Entwicklung das Hessische Sozialministerium maßgeblich beteiligt war. Der Plan verzahnt die vorschulische und schulische Bildung optimal miteinander. 

Erste Kita-Tage: Wenn das Kind weint

Auch darüber macht Annika sich schon Gedanken: die ersten Tage, wenn Jonah dann eine Kita besuchen wird. Es soll wohl ganz normal sein, wenn ein Kind anfangs beim Abschied von den Eltern weint. Der Stress ist ja auch hoch: Die vertrauten Personen fehlen plötzlich, überall sind unbekannte Gesichter, auch die neue Umgebung will erst entdeckt werden. Eltern können ihrem Kind in dieser Situation beistehen und ihnen durch die Eingewöhnungsphase helfen.

Es gibt hierfür viele Ratschläge von Experten. Der Verhaltensforscher Fritz Jansen zum Beispiel rät dazu, dass die Eltern nach einem kurzen Trost für das Kind gehen sollten. So erhalte das Kind die Chance, seine Angst zu verlieren. „Bis zu zehn Minuten weinen bedeutet, dass das Kind nicht in Nöten ist, sondern sich noch eine Extraportion Zuwendung von den Eltern holt. Vertrauen Sie Ihr Kind daher dem Kindergarten an, und warten Sie ab: Zwischen zwei Tagen und vier Wochen hört Ihr Kind auf zu weinen“, so Jansen.

Große Herausforderung nach wie vor: Familie und Beruf unter einen Hut bringen

Mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen tun sich viele Unternehmen immer noch schwer. Flexible Arbeitszeiten sind dafür notwendig. Aber auch das Thema Ganztagsbetreuung spielt für Eltern eine wichtige Rolle. Ein Betriebskindergarten kann da eine große Hilfe sein.

Eine weitere Hürde in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie:

Nicht wenige junge Mütter und Väter hangeln sich von einem befristeten Arbeitsverhältnis zum nächsten. Für eine sinnvolle Familienplanung ist das nicht gerade ideal.

Annika hat das Gefühl, dass sie die Sache ganz gut in den Griff bekommen wird. Zum Glück hatte sie vor der Elternzeit einen festen Job, und ihr Arbeitgeber ist überdies sehr familienfreundlich. Jetzt hofft sie erstmal darauf, dass es mit der Zusage von der tollen Kita gleich um die Ecke klappt.

Bildnachweis: veryulissa/shutterstock.com

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