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Gesunde Ernährung

FamilienMagazin

Gesunde Ernährung
18.
April
2019

Gesunde Ernährung – wirklich so schwierig?

18. April 2019

Beim gesunden Essen scheiden sich die Geister. Die einen schwören drauf und beschäftigen sich intensiv damit, die anderen fühlen sich belehrt und reagieren genervt. Dabei sollte gesunde Ernährung eigentlich kein Streitthema sein, gerade in der Familie. Dass Kinder sich gesund ernähren sollten, wird jeder Vater, jede Mutter sofort unterschreiben. Nur mit der Umsetzung hapert es dann. Süßigkeiten und Fast Food für die Kleinen, Alkohol und Fettiges für die Großen. So sieht der Speiseplan von Familien noch viel zu oft aus.

Bundesweit und in Hessen haben sich in den letzten Jahren große Initiativen gebildet, die Familien bei einer gesünderen Lebensweise unterstützen wollen. Zum Beispiel „IN FORM“, eine bundesweite Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Speziell für junge Familien engagiert sich das Netzwerk „Gesund ins Leben“. In Hessen ist unter anderem das Verbraucherministerium aktiv, mit eigenen Projekten wie „Bauernhof als Klassenzimmer“ und „Werkstatt Ernährung“, oder mit der großen Ernährungsinitiative „Appetit auf Zukunft – besser essen in Hessen“.

Wer sich gesund ernähren will, findet also viele Anlaufstellen. Und wer trotzdem noch zweifelt? Wir haben uns einmal die fünf größten Vorurteile gegen gesunde Ernährung vorgenommen und gute Argumente gefunden, die ganze Sache entspannter zu sehen.

Die fünf Vorurteile im Überblick:

Vorurteil 1: „Sich gesund zu ernähren ist teuer.“

Ein oft gehörtes Argument, das leicht zu entkräften ist. Wenn man ein paar Punkte berücksichtigt, kostet gesunde Ernährung nicht viel Geld. Unter Umständen ist sie sogar günstiger als die bisherige Ernährungsweise. Wer oft selbst kocht und gut plant, spart Geld. Denn beim Außer-Haus-Essen in Restaurants zahlt man nicht nur für das Essen selbst, sondern auch für Service, Miete etc. Und auch viele Fertiggerichte sind meist alles andere als günstig. Grundsätzlich gilt: Es müssen nicht unbedingt Bio-Lebensmittel sein, die in der Regel mehr kosten als konventionelle. Wobei es mittlerweile ein derart breites Angebot an Bio-Artikeln im Handel gibt, das auch für den kleinen Geldbeutel viele Produkte erschwinglich sind. Wie wäre es mit einem smarten Mix aus günstigen Bio und „Normal“? Einige gute Tipps zum Thema gesund essen mit geringem Budget gibt es auf der Website der Technikerkrankenkasse.

Vorurteil 2: „Selbst kochen macht so viel Arbeit.“

Kochen ist ja seit einigen Jahren das große Ding. Kochsendungen auf allen Kanälen, Kochbücher, Kochkurse und, und, und. Wer was auf sich hält, lädt Freunde ein und bekocht sie vietnamesisch oder glutenfrei. Doch im Alltag sieht es oft noch trist aus. Tiefkühlpizza in den Ofen, fertig ist das Abendessen. Muss das sein? Viele Menschen glauben immer noch, das Kochen kompliziert und mühsam ist. Und das gesundes Kochen noch mehr Aufwand macht. Auf der Website der Initiative „IN FORM“ finden auch Kochlaien eine große Zahl an Rezepten, die einfach und mit wenig Zeitaufwand zuzubereiten sind. Von der Vorspeise bis zum Dessert reicht die Auswahl.

Vorurteil 3: „Was gesund ist und was nicht, ist doch eh umstritten.“

Butter oder Margarine? Ein Ei pro Tag oder besser nur eines pro Woche? Schokolade essen, weil die doch so gesund sein soll? Aber was ist mit dem Fett? Wir alle kennen diese Diskussionen. Die Empfehlungen zur gesunden Ernährung sind nicht immer eindeutig, und sie wandeln sich im Laufe der Jahre. Aber ist das ein Grund, sich erst gar nicht damit zu befassen, wie man seine Ernährungsweise verbessern könnte? Viele Informationen rund um gesunde Ernährung bietet die Verbraucherzentrale Hessen auf ihrer Website. Zum Beispiel liefert sie Antworten auf Fragen wie: Wie gesund ist Kokosöl? Welche Risiken bergen Energy Drinks? Wie bewertet man den Salzgehalt von Lebensmitteln?

Vorurteil 4: „Entweder es schmeckt oder es ist gesund.“

Es kommt darauf an, was man daraus macht. Dieser altbekannte Spruch gilt auch für gesunde Ernährung. Ein Salat kann fad schmecken – oder aufregend. Das ist alles eine Frage der Zubereitung. Auch ohne Zucker und mit wenig Fett kriegt man ein tolles Dressing hin. Und deftiger Geschmack ist nicht auf Currywurst, Schnitzel und Co. beschränkt. Ein Gemüseauflauf, ein Grünkernrisotto oder eine Linsensuppe können ebenfalls kräftig-deftig munden, sofern sie gut gewürzt und zubereitet sind. Ein Blick in die oben schon erwähnte Rezeptsammlung von „IN FORM“ zeigt, wie kreativ und wohlschmeckend gesunde Küche sein kann. Eine riesige Zahl an solchen Rezepten und Kochtipps findet man auf vielen Websites kostenfrei. 

Vorurteil 5: „Kinder mögen Fast Food viel lieber als Salat und Gemüse.“

Kinder sind neugierig und offen. Natürlich locken überall Süßigkeiten und Hamburger, aber Eltern können viel tun, damit ihre Kinder auch gesunde Lebensmittel lieben lernen. Gemeinsam einkaufen und kochen, gemeinsame Mahlzeiten – das ist der Schlüssel. Nur sind viele Eltern selbst nicht fit im Kochen, oder ihnen fehlen Zeit und Geschick, ihren Kindern das Basiswissen und grundlegende Fähigkeiten fürs Kochen zu vermitteln. Unterstützung gibt es hier zum Beispiel vom Verband der hessischen LandFrauen. Im Rahmen der Aktion „Landfrauen in der Schule“ vermitteln sie Kindern und Jugendlichen, was gute Ernährung ausmacht und wie man leckere Gerichte zubereitet.

Unser Fazit: Eine gesunde Ernährung für die ganze Familie ist einfacher, preiswerter und leckerer als viele denken. Wie wäre es, gleich heute damit anzufangen?

Bildnachweis: alicja neumiler / stock.adobe.com

 

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