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Kindergeld und steuerliche Freibeträge für Kinder

Der Grundpfeiler der steuerlichen Familienförderung ist heute das Kindergeld, das monatlich an die Eltern ausgezahlt wird.

Kindergeld

Das Kindergeld beträgt ab 1. Januar 2017 für das erste und zweite Kind je 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro sowie für jedes weitere Kind 223 Euro pro Monat. Das Kindergeld wird von den Familienkassen der Agenturen für Arbeit – bei Angehörigen des öffentlichen Dienstes vom Arbeitgeber – festgesetzt und monatlich ausgezahlt.

Steuerliche Freibeträge für Kinder

Daneben gibt es steuerliche Freibeträge für Kinder, die Eltern im Rahmen ihrer Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2016  in Abzug bringen können. Hierzu gehört der Kinderfreibetrag in Höhe von 2.304 Euro (ab 2017: 2.358 Euro) und der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes in Höhe von 1.320 Euro je Elternteil. Bei einem zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Elternpaar werden somit 4.608 Euro (ab 2017: 4.716 Euro) und 2.640 Euro abgezogen. Im Geburtsjahr des Kindes werden diese Jahresbeträge zeitanteilig ab dem Monat der Geburt berechnet.

Das Existenzminimum eines Kindes wird entweder durch das Kindergeld oder durch die steuerlichen Freibeträge für Kinder steuerfrei gestellt. Das Finanzamt prüft bei der Bearbeitung der Einkommensteuererklärung automatisch, ob der Ansatz der steuerlichen Freibeträge für Kinder oder das Kindergeld für die Eltern günstiger ist. Ist die Steuerentlastung durch die steuerlichen Freibeträge für Kinder höher als der Kindergeldanspruch, wird der Differenzbetrag im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung berücksichtigt bzw. erstattet.

Das Kindergeld und die steuerlichen Freibeträge werden grundsätzlich für Kinder gewährt, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Für volljährige Kinder kommen diese Vergünstigungen noch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs in Betracht, wenn sie sich z. B. in einer erstmaligen Berufsausbildung befinden.

Hat ein in Studium oder Ausbildung befindliches Kind gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst geleistet, verlängert sich der Anspruchszeitraum um die Dauer des gesetzlichen Grundwehr- bzw. Zivildienstes.

Eine Ausnahme von der Altersgrenze gilt bei Kindern, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, sofern die Behinderung grundsätzlich vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist. Kinder, bei denen die Behinderung vor dem 1. Januar 2007 eingetreten ist, werden darüber hinaus als Kinder berücksichtigt, wenn sie bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen zum Zeitpunkt des Eintritts der Behinderung bereits das 25. Lebensjahr, aber noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet hatten.

(Quelle: Hessisches Ministerium der Finanzen)

Übertragung der Freibeträge für Kinder

Die Freibeträge für Kinder erhält jeder Elternteil zur Hälfte. Auf Antrag eines Elternteils kann der Kinderfreibetrag des anderen Elternteils auf ihn übertragen werden, wenn nur er - nicht jedoch der andere Elternteil - seiner Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind im Wesentlichen nachkommt oder der andere Elternteil z. B. mangels ausreichender eigener finanzieller Mittel nicht zur Leistung von Unterhalt verpflichtet ist. Die Voraussetzungen hierfür muss der antragstellende Elternteil nachweisen. Eine Übertragung scheidet für Zeiträume aus, in denen Unterhaltsleistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz gezahlt worden sind. Die Übertragung des Kinderfreibetrags führt stets auch zur Übertragung des Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf.

Erfüllen die Eltern nicht die Voraussetzungen der Zusammenveranlagung (bspw. weil sie nicht verheirat sind, geschieden sind oder dauernd getrennt leben), kann sich der betreuende Elternteil, in dessen Wohnung das minderjährige Kind gemeldet ist, unabhängig von der Übertragung des Kinderfreibetrags auf Antrag nur den hälftigen Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des anderen Elternteils übertragen lassen, wenn das minderjährige Kind bei dem anderen Elternteil nicht gemeldet ist. Diese Übertragung ist jedoch nicht möglich, wenn der betroffene Elternteil (bei dem das Kind nicht gemeldet ist) widerspricht, weil er Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind regelmäßig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut.

 

Fachaufsicht "Kindergeld"

Dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) obliegt die Fachaufsicht über den Familienleistungsausgleich. Im Rahmen der Fachaufsicht stellt es sicher, dass die Familienkassen die Vorschriften zum Kindergeld einhalten und ihre Aufgaben zweckmäßig erfüllen.

Bundeszentralamt für Steuern (BZSt)

 

Zuletzt aktualisiert am 31.01.2017
Formulare

Formulare Kindergeld

Für die Antragstellung von Kindergeld und die Mitteilung von Veränderungen stehen Ihnen Formulare auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Dort finden Sie auch Formulare für den  Kinderzuschlag.

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