Zwischen Wickeltisch und Laptop: die Abenteuer eines überzeugten Teilzeit-Vaters
Wer sind wir?
Mein Name ist Fred. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter namens Johanna (3 ½ Jahre alt) und Katarina (1 ½ Jahre alt). Ich arbeite in Teilzeit als Angestellter im Öffentlichen Dienst. Den großen, ganzen Rest meiner Zeit verbringe ich am liebsten mit meiner Frau Christine und meinen Kindern. Sofern ich mich von meiner Familie trennen kann und es mein Erschöpfungsgrad zulässt, gehe im Wald joggen.
Johanna
Johanna ist fast 4 Jahre alt und seit sie im Kindergarten ist, ein „aufgeweckt-freches“ Kind geworden. Der Kindergarten wirkt für ihre Entwicklung wie ein Katalysator. Nach einer Eingewöhnungsphase des Beobachtens hat sie mittlerweile die Führung einer Gruppe von drei Jungs übernommen, die sich gerne von ihr inspirieren lassen. Auch sonst geht sie offensiver auf Menschen zu und ist sehr kommunikativ.
Katarina
Katarina ist unsere Teamchefin. Sie hat unmittelbar nach ihrer Geburt das Kommando über die Familie übernommen, da sie vom ersten Moment an wusste was sie will – vor allem aber was sie n i c h t will.
Wie wurde ich Teilzeitpapa?
Ganz einfach, früher konnte ich mir ein Leben ohne Kinder sehr gut vorstellen. Nachdem jedoch in mir der Kinderwunsch gereift war, konnte ich mir ein Leben ohne Kinder nicht mehr vorstellen. Ich wollte unbedingt soviel gemeinsame Zeit mit meinen Kindern haben, wie nur möglich. Nachdem ich Johanna nach ihrer Geburt auf dem Arm hielt, waren alle Dämme gebrochen – diesen Moment werde ich nie vergessen. Und meine Freude wächst von Tag zu Tag.
Da meine Frau und ich aber auch sehr viel Spaß an unserer jeweiligen Arbeit haben, stellte sich für uns die Frage, wie teilen wir uns beides, d.h. Kinderzeit und Arbeitszeit am besten auf. Folgende Varianten wurden diskutiert:
- Jeder arbeitet einen halben Tag und ist die andere Hälfte des Tages bei den Kindern.
Diese Variante wurde jedoch direkt wieder verworfen. Zum einen aufgrund der räumlichen Entfernung zur Arbeitsstätte meiner Frau, zum anderen aufgrund unserer beider Tätigkeiten, die eine punktgenaues Verlassen der Arbeitsstätte nicht zulassen. Aus den Erfahrungsberichten aus unserem Freundeskreis ist man bei diesem Modell eigentlich immer zu spät dran und rennt nur der Zeit hinterher. Insbesondere für die Kinder ist diese Variante auch sehr hektisch. - Tageweiser Wechsel.
Diese Variante schied für mich aus. Ich sah dies unter dem Motto „Kaum habe ich mit etwas begonnen, muss ich es wieder loslassen“. Und viele meiner beruflichen Aktivitäten sind nicht an einem Tag zu erledigen. Desweiteren sahen wir bei diesem Modell zu viele Konfliktpunkte bei der Übergabe des Haushaltes. - Aufteilung der Woche, d.h. eine Woche mit 3 Kinder- und 2 Arbeitstagen und eine Woche mit 2 Kinder- und 3 Arbeitstagen.
Diese Variante erschien uns zwar eine etwas verbesserte Variante gegenüber Nr.2 zu sein, aber ideal war sie für uns immer noch nicht.
Nach einiger Überlegung kam für uns deshalb eigentlich nur ein wochenweiser Wechsel zwischen Arbeitszeit und Kinderzeit in Frage. Dies erschien uns die beste aller Varianten und sie hat sich mittlerweile mehr als bewährt.
Nach Abstimmung mit unseren Arbeitgebern stellten wir unsere Voll- auf Teilzeitbeschäftigungen um, bei mir noch ergänzt um Heimarbeit.
Wieder wie früher?
Nach der Geburt unserer zweiten Tochter blieb meine Frau für ein halbes Jahr Zuhause. Ich war in diesem Zeitraum wieder voll beschäftigt. Seither weiß ich umso mehr, was ich an der Teilzeit und damit an kostbarer Kinderzeit habe und möchte auf keinen Fall mehr nur Feierabendpapa sein.
Macht er eigentlich alles?
Diese Frage wird meiner Frau des Öfteren gestellt. Sie weiß zwar genau was damit gemeint ist, stellt sich aber erst mal dumm. Ja natürlich mache ich alles! In der Kinderwoche wasche ich natürlich auch die Wäsche und kümmere mich um den gesamten Haushalt. Wie sonst sollte das Ganze funktionieren?
Wie geht es weiter?
Ich werde künftig im Zwei-Wochen-Rhythmus über meine Kinderwochen und meine Erlebnisse als Papa berichten. Dabei werde ich einen Tag der Woche detailliert beschreiben. Garniert wird das Ganze mit Rückblicken in die Anfangszeiten dieses Abenteuers.
