Familienzentren: Anlaufstelle für Jung und Alt

Seniorin und Kind

Familienzentren unterstützen Familien in ihrem jeweiligen Lebenszusammenhang umfassend und wohnortnah. Typische Beispiele für Familienzentren sind Angebote in den Bereichen Kinderbetreuung, Bildungs- und Erziehungsangebote, Lese- und Sprachförderung, Familienbildung, Eltern- und Lebensberatung. Wenn Eltern sich um die Betreuung ihrer Kinder, um Beratung oder individuelle Förderung kümmern, haben sie in der Regel eine Vielzahl von Ansprechpartnern. Oft sind die Ansprechpartner über die ganze Stadt oder auch mehrere Orte verteilt, was Zeit- und Organisationsaufwand für die Mütter und Väter bedeutet. Es geht jedoch auch anders: als zentrale Anlaufstelle für Familien bieten Familienzentren eine alltagsbezogene Angebotspalette aus einer Hand. Herzstück eines Familienzentrums ist zumeist die Kinderbetreuung.

Förderprogramm in Hessen

Familienzentren sind mittlerweile auch in anderen Bundesländern entstanden, sei es aus der Initiative einzelner Einrichtungen heraus oder infolge staatlicher Förderung. Nachdem der Hessische Landtag sich 2008 für die Etablierung von Familienzentren ausgesprochen hatte, hat die Hessische Landesregierung in diesem Jahr erstmals ein Förderprogramm aufgelegt. Es umfasst jährliche Mittel in Höhe von rund einer Million Euro. Mit bis zu 12.000 Euro pro Jahr können die Einrichtungen gefördert werden. Sie müssen die Grundvoraussetzungen eines Familienzentrums erfüllen oder sich als bereits bestehendes Zentrum weiterentwickeln.

In den Fach- und Fördergrundsätzen sind die Voraussetzungen für eine Förderung als Familienzentrum nach dem Landesprogramm festgehalten. Hessen beschreitet hiermit einen eigenen innovativen Weg. Ziel ist ein ganzheitliches familienbezogenes Angebot, das die bereits bestehenden Strukturen (wie z.B. Mütterzentren, Familienbildungsstätten, Mehrgenerationenhäuser usw.) berücksichtigt, den Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 – 10 Jahren (BEP) und darüber hinaus die gesamte Lebensspanne mit einbezieht. „Familienzentren verknüpfen bildungspolitische, gesundheitspräventive und gewaltpräventive Ansätze mit familienbezogenen Angeboten“, sagt der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner. „Dabei werden auch regionale Besonderheiten berücksichtigt.“ Auf diese Weise unterstützen die Familienzentren Jung und Alt in ihrer gesamten familiären Lebensspanne – vom Säugling bis zum Senior.

Erste Schritte in die Praxis

46 hessische Einrichtungen haben im November 2011 einen positiven Förderbescheid vom Land bekommen. Darunter sind nicht nur Kindertagesstätten, sondern auch Mehrgenerationenhäuser, Familienbildungsstätten und Mütterzentren. Hessen setzt ausdrücklich auf Kooperation und Vernetzung, nicht alle Angebote müssen in den vier Wänden der Einrichtung bereitgestellt werden. So kann zum Beispiel die Kinderbetreuung durch einen standortnahen Netzwerkpartner erfolgen.
 

Weitere Förderung von Familienzentren

Für die nächste Förderrunde sind kommunale und gemeinnützige Träger aufgefordert, ihre Anträge bis zum 1. März 2012 einzureichen. Die Anträge können über die Kommune beziehungsweise über die Landkreise beim Regierungspräsidium Kassel eingereicht werden. Weitere Informationen sind auf den Internetseiten des Regierungspräsidiums Kassel www.rp-kassel.hessen.de sowie des Hessischen Sozialministeriums www.hsm.hessen.de zu finden.

 

Inhalt erstellt am 19.12.2011  -  Zuletzt aktualisiert am 19.12.2011

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